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Editorial 07/2026Neue Versorgungspauschale: Eine Bankrotterklärung

Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Markus Blumenthal-Beier

Seit Jahrzehnten ärgern wir Hausärztinnen und Hausärzte uns über den bürokratischen Wahnsinn bei der Versorgung unserer Chroniker. Der EBM zwingt unsere Patientinnen und Patienten, jedes Quartal in unsere Praxen zu kommen – selbst wenn das medizinisch keinen Sinn ergibt. Genau hier wollte die damalige Ampel-Regierung ansetzen und zumindest für einige Chroniker eine Jahrespauschale einführen.

Die Ausarbeitung überlies sie der Selbstverwaltung. Was diese nach knapp einem Jahr Verhandlungen nun Mitte März vorgelegt hat, ist eine Bankrotterklärung (siehe Artikel: Neue Chroniker-Pauschale: Komplizierte Regeln, kaum Wirkung).

Statt einer guten Jahrespauschale für viele ist eine schlechte Halbjahrespauschale für wenige rausgekommen. Insgesamt werden nur circa eine Million Patientinnen und Patienten von der neuen Regelung betroffen sein. Für diese wird es aber eher komplizierter als einfacher!

Unsere Praxen werden sich in Zukunft durch einen Wirrwarr an kleinteiligen Regelungen kämpfen müssen. Laut Gesetz darf die Regelung zumindest nicht zu Mindereinnahmen in der hausärztlichen Versorgung führen. Wir werden penibel darauf achten, dass Recht und Gesetz auch eingehalten werden!

Das Ganze macht noch einmal überdeutlich: Dieser EBM ist nicht reformierbar. Jeder Versuch, ihn zu vereinfachen wird von der Selbstverwaltung gnadenlos zermalmt. Dass es auch anders geht, beweisen wir mit unserer Hausarztzentrierten Versorgung (HZV). Dort sind einfache Chronikerpauschalen seit vielen Jahren längst Realität.

Mit kollegialen Grüßen

Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth

Bundesvorsitzende Hausärztinnen- und Hausärzteverband

Dr. Markus Blumenthal-Beier

Bundesvorsitzender Hausärztinnen- und Hausärzteverband

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