Berlin. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat die Sparpläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken im Vorfeld seiner Frühjahrstagung 2026 in Magdeburg als “vollkommen planlos” kritisiert.
“Auf der einen Seite sagt sie, dass die Hausärztinnen und Hausärzte in Zukunft noch mehr Aufgaben übernehmen sollen, auf der anderen Seite wird genau an dieser Stelle massiv der Rotstift angesetzt”, so der Co-Bundesvorsitzende Dr. Markus Blumenthal-Beier. Das Spargesetz sei “ein Zerstörungsprogramm für die Hausarztpraxen”.
So ist Primärversorgungssystem nicht zu schaffen
Blumenthal-Beier warnt: Wenn die CDU-Ministerin ihr Spargesetz in dieser Form durchboxe und bei den Hausarztpraxen massiv spare, dann werde das sogenannte Primärversorgungssystem nicht zu schaffen sein.
“Die Ministerin torpediert ihre eigene Reformagenda. Das ist absolut fahrlässig”, erklärt Blumenthal-Beier.
Es gebe aber eine gute Nachricht, fügt Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes hinzu: “Es ist noch nicht zu spät, die Reißleine zu ziehen. Das Spargesetz ist noch im Anfangsstadium, ein Referentenentwurf fürs Primärversorgungssystem ist erst angekündigt. Noch hat die Ministerin also Zeit, die richtigen Weichen zu stellen. Sie sollte dabei dringend auf diejenigen hören, die die Reform nicht nur stemmen müssen, sondern mit der HZV auch seit bald zwanzig Jahren erfolgreich umsetzen.”
Hausärztinnen und Hausärzte beziehen Stellung
Das Bundeskabinett soll am 29. April Warkens Sparpaket beschließen, das die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um knapp 20 Milliarden Euro entlasten soll. Ziel ist es, weiter steigende Kassenbeiträge zu vermeiden.
Auf ihrer Frühjahrstagung am 24.4 und 25.4. in Madgeburg wollen die rund 120 hausärztlichen Delegierten unter anderem in einem Leitantrag zu den aktuellen Sparmaßnahmen in der HZV Stellung beziehen.
Daneben werden sie in zwei weiteren Leitanträgen Rahmenbedingungen und Strukturmerkmale für ein funktionierendes Primärversorgungssystem definieren. red
