Für hohe Impfquoten braucht es zunächst eine solide wissenschaftliche Basis. Das will auch US-Präsident Donald Trump erkannt haben, begründet er damit doch sein jüngstes Dekret. Mit diesem “Goldstandard für Kinderimpfungen” [1], [2] dampft er die Empfehlungen des Centers for Disease Control (CDC) ein.
Nach Sichtung der verfügbaren Evidenz werden 11 statt 18 Impfungen für alle Kinder empfohlen: MMR, D-T-aP-IPV-HiB, Pneumokokken, HPV, Varizellen. Weitere werden nur bei erhöhtem Risiko empfohlen oder können nach gemeinsamer Entscheidungsfindung gegeben werden – darunter sind einige, die in Deutschland Standard für alle sind (Details im Vergleich s. Link-Tipps).
Trump betonte, alle Impfungen würden weiter von der Versicherung bezahlt. Statt auf Impfpflichten will er auf Vertrauen und Aufklärung setzen. Damit wird die Kommunikation zum entscheidenden Faktor für den Impferfolg. Wie schlecht das gelingt, ist an den Masernfällen zu beobachten (s. Abb) [3]. Seit 2000 gelten sie in den USA als ausgerottet.
In den letzten 1,5 Jahren gab es bereits mehr Fälle als in den 25 Jahren davor zusammen. Aktuell betreffen mehr als die Hälfte der 2.566 Fälle Kinder und Jugendliche. Mehr als 90 Prozent der Betroffenen sind nicht geimpft.
