Wir haben gemeinsam gekämpft wie die Löwen! Allein im Rahmen unserer E-Mail-Protestkampagne gegen das GKV-Spargesetz wurden über 250.000 E-Mails an Bundestagsabgeordnete versandt. Am Ende aber hat sich die Ministerin über dieses klare Votum hinweggesetzt und ihr Spargesetz durchgebracht.
In dieser Ausgabe haben wir Ihnen erste Informationen zusammengestellt, welche Auswirkungen die wesentlichen Regelungen bereits absehbar haben – und welche nicht (s. Artikel: GKV-Spargesetz: Finanzspritze auf Kosten von Hausärzten und ihren Patienten).
Denn: Das Gesetz verteilt primär Verhandlungsaufträge und bleibt in weiten Teilen unkonkret. Entsprechend wird die Selbstverwaltung für die Kürzungen in der Regelversorgung in Verhandlung treten müssen; für die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) führen unsere Landesverbände die Gespräche mit den Krankenkassen. Letzteres ist zumindest eine gute Nachricht. Wir werden alles daransetzen, dass die Vergütung in der HZV stark und zukunftsfest bleibt!
Überhaupt muss das nächste Kapitel mit dem Wort “Stärkung” beginnen. Sonst sehen wir nicht nur schwarz für die Primärversorgungsreform, sondern auch für die gesamte Vor-Ort-Versorgung der Menschen. Das müssen wir der Politik deutlich machen!
Mit dem Wechsel an der Spitze des Bundesgesundheitsministeriums eröffnet sich nun die Chance für einen Neuanfang. Wir werden den Dialog mit Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) suchen und unsere Positionen mit Nachdruck einbringen. Dabei zählen wir auch weiterhin auf den Rückhalt aus den Praxen.
Insofern bleiben unsere Wartezimmer politische Räume. Informieren Sie Ihre Patientinnen und Patienten bitte weiterhin über die Lage – wir werden sie auch in Zukunft an unserer Seite brauchen.
Mit kollegialen Grüßen
Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Dr. Markus Blumenthal-Beier
Bundesvorsitzende Hausärztinnen- und Hausärzteverband
