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PraxisUpdateTipps für gesundes Arbeiten

Was macht gesunde Arbeit aus? Prof. Dr. Claas Lahmann stellte beim PraxisUpdate vier Konzepte vor.

Arbeitsbezogener Stress birgt nicht nur psychische, sondern auch physische Gesundheitsrisiken.

Psychosoziale Belastung durch arbeitsbezogenen Stress birgt nicht nur psychische, sondern auch physische Gesundheitsrisiken. Das betonte Prof. Dr. Claas Lahmann, ärztlicher Direktor der Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikum Freiburg, beim PraxisUpdate 2025.

Er stellte vier Konzepte der Arbeitspsychologie vor, die sowohl für den eigenen beruflichen Alltag als auch für die Betreuung der Patientinnen und Patienten relevant sein können.

1. Demand-Control-Modell: Der Zusammenhang von Autonomie (im Demand-Control-Modell als “Kontrolle” bezeichnet) und Anforderungen spielt eine große Rolle. Hohe Anforderungen seien grundsätzlich lern- und entwicklungsförderlich, erklärte Lahmann.

“Gesunde” Berufe zeichnen sich demnach durch hohe Anforderungen, gleichzeitig aber auch viel Autonomie aus. Hingegen ist die Kombination aus hohen Anforderungen und wenig Autonomie (High-Strain-Job, s. Abb. 1) tendenziell gesundheitsbelastend (zum Beispiel eine Tätigkeit als Fluglotse).

Tipp für die Praxis: Die berufliche Situation lässt sich oft nur schwer ändern. Sie können Patientinnen und Patienten mit wenig Autonomie im Beruf aber raten, sich zum Ausgleich zumindest in anderen Lebensbereichen autonomer zu verhalten (zum Beispiel keine Gruppenreise im Urlaub buchen).

2. Effort-Reward-Imbalance: Wenn die Balance zwischen beruflichem Einsatz und “Belohnung” nicht stimmt, sprechen wir von einer Effort-Reward-Imbalance. Lahmann erinnerte daran, dass wir für unsere Arbeit nicht nur Geld bekommen, sondern etwa auch Anerkennung, Lob, Sinnhaftigkeit, Status, Lern- und Entwicklungschancen, eine Tagesstruktur, soziale Kontakte und das Erleben von Selbstwirksamkeit.

Tipp für die Praxis: Leiten Sie Patientinnen und Patienten mit Schwierigkeiten im Beruf dazu an, sich nicht nur auf das Belastende zu fokussieren, sondern verstärkt wahrzunehmen, was sie alles an Gegenleistung erhalten.

3. Organisationale Gerechtigkeit: Dieses Konzept betont vor allem die wahrgenommene Fairness von Entscheidungsprozessen, Interaktionen und Ergebnisverteilungen.

Tipps für die Praxis: Achten Sie als Praxisinhaber bzw. -inhaberin darauf, Mitarbeitende gerecht in den Informationsfluss einzubeziehen. “Gerecht heißt nicht immer gleich, aber zumindest ausreichend fair – etwa bei Dienstplänen oder Zuständigkeiten”, erklärte Lahmann. Versuchen Sie auch, sich bei gemeinsamen Aktivitäten (zum Beispiel Betriebsausflug) nicht immer nur mit den gleichen Leuten zu unterhalten.

4. Psychologische Sicherheit: Hierbei handelt es sich um das subjektive Erleben, bei der Arbeit ohne Angst vor negativen Konsequenzen Fehler machen, Unterstützung einfordern und die eigene Meinung äußern zu dürfen.

Als höchste Stufe von psychologischer Sicherheit bezeichnete Lahmann “Challenging Safety”: Das bedeutet, dass sich auch Mitarbeitende in niedrigen Positionen trauen, darauf hinzuweisen, dass aus ihrer Sicht etwas schiefläuft. Psychologische Sicherheit macht die Menschen nicht nur gesünder und zufriedener, sondern auch leistungsfähiger. “Studien zeigen, dass psychologische Sicherheit der größte Trenner zwischen ‚Average-Teams‘ und ‚High-Performance-Teams‘ ist”, so Lahmann.

Tipp für die Praxis: Etablieren Sie in Ihrer Praxis eine gute Fehlerkultur und fördern Sie eine Atmosphäre des Vertrauens.

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