73,5 Prozent der Medizinstudentinnen im PJ geben an, mindestens einmal im Laufe ihres Studiums sexuell belästigt worden zu sein. Das geht aus einer Studie hervor, an der neben den Universitäten Greifswald, Heidelberg und Würzburg auch die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland beteiligt war.
An der anonymen Online-Umfrage nahmen 5.681 Studierende an 44 Medizinischen Fakultäten teil – damit ist die Studie nach Angaben der Uni Würzburg die größte nationale Studie zu sexueller Belästigung im Medizinstudium. Auch männliche Studierende im PJ berichteten von sexueller Belästigung: Insgesamt 29,3 Prozent gaben an, mindestens einmal im Laufe ihres Studiums bedrängt worden zu sein.
Die Belästigung ging dabei an Kliniken zu 93,8 Prozent von Patientinnen und Patienten aus, gefolgt vom ärztlichen Personal. An den Universitäten ging die Belästigung zu 69,2 Prozent von Mitstudierenden aus, gefolgt von Professoren und Lehrpersonal.
Die Mehrheit der Vorfälle wurde nicht gemeldet, etwa aus Angst vor Konsequenzen oder Unsicherheit, das Erlebte einzuschätzen. An der Uni Würzburg wurde auf Basis der Studie ein Lehrprojekt entwickelt, das Medizinstudierende im Umgang mit Grenzüberschreitungen im Klinikalltag stärken soll.