Grundlage für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem muss eine verbindlich hausärztlich gesteuerte Primärversorgung sein. Das unterstreichen Kolleginnen und Kollegen aus Hausärztinnen- und Hausärzteverband (HÄV), Institut für hausärztliche Fortbildung (IHF) und Deutscher Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) in einem jüngst veröffentlichten Papier.
In insgesamt zehn Thesen unterstreicht die Autorengruppe die Leistungsfähigkeit der Allgemeinmedizin. Besonders hervorgehoben werden die hohe Fallabschlussquote, die langfristige Arzt-Patienten-Beziehung, die Familien- und Kontextorientierung sowie die Versorgung multimorbider und hochkomplexer Patientinnen und Patienten.
Das Papier wird durch einen anschaulichen Einblick in den Praxisalltag (“Aus einer hausärztlichen Sprechstunde”) flankiert. Zusammen sollen die Veröffentlichungen der Politik die hausärztliche Versorgungsrealität vor Augen führen.
“Das Fundament existiert bereits: die hausärztliche Teampraxis und mit der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) ein erprobtes Steuerungsmodell”, erklärt Mitautor Dr. Torben Ostendorf. “Die Politik muss dieses Fundament stärken, statt Parallelstrukturen daneben zu bauen.”
Auch der HÄV bringt sich von Beginn an explizit in die Gespräche zur Ausgestaltung des Primärversorgungssystems ein. Bei Redaktionsschluss war ein erster Gesetzentwurf für November erwartet.
Hausärztliche Versorgung schütze schon heute vor Über-, Unter- und Fehlversorgung, betonen die Verfasser. Vor dem Hintergrund steigender Versorgungsbedarfe und begrenzter Ressourcen sehen sie in einer hausärztlich geleiteten, multiprofessionellen Primärversorgung den wirksamsten Ansatz für eine effiziente Steuerung des Gesundheitswesens.
Für Hausärztinnen und Hausärzte, Praxismitarbeitende und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.
Mitglieder der Landesverbände im Hausärztinnen- und Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.