© ATDaumen hoch für HÄPPI: Clemens Hoch, Gesundheitsminister in Rheinland-Pfalz, und Dr. Barbara Römer.
Die Hausärztinnen und Hausärzte fühlten sich entlastet und konnten sich auf komplexere Fälle konzentrieren. Die Teams berichteten, dass die Zusammenarbeit und Kommunikation besser geworden sei und die Wertschätzung im Team zugenommen habe.
Auch der verstärkte Einsatz von digitalen Tools in den HÄPPI-Praxen wurde als positiv wahrgenommen. Allen voran der Einsatz eines KI-Telefonassistenten, den die Praxisteams – aber auch die Patienten – nach anfänglichen Schwierigkeiten nicht mehr missen möchten.
Die positiven Ergebnisse überraschten Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes und Landesvorsitzende in Baden-Württemberg, nicht. Stand 13. Mai seien bereits 58 HÄPPI-Praxen flächendeckend in Baden-Württemberg etabliert.
“Wer in Baden-Württemberg bei der AOK versichert ist und keinen Hausarzt findet, kann über eine HÄPPI-Praxis im Umkreis von 20 km hausärztlich versorgt werden”, verdeutlichte Buhlinger-Göpfarth. Dies sei ein “Versorgungsversprechen”.
Ohne HZV kein HÄPPI
Dabei nahm Buhlinger-Göpfarth auch die Bundespolitik ins Visier: “Wir haben HÄPPI mit der Innovationskraft der HZV entwickelt, um Kassen und Politik ein gutes Angebot zu unterbreiten”, meinte sie. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sei HÄPPI nun “fundamental gefährdet”, da im Gesetz eine Fixkostendegression vorgesehen sei. Im Klartext bedeute dies für eine an der HZV teilnehmende Praxis: Je mehr ihrer Versicherten sich in die HZV einschreiben, desto weniger Vergütung gibt es pro Patient.
“Dann überlege ich es mir doch zweimal, ob ich meine Versorgungsleistung ausbauen will – das ist doch Irrsinn”, resümierte Buhlinger-Göpfarth und rief alle auf, gegen diesen Passus im Gesetzentwurf zu kämpfen.
“Für die AOK ist HÄPPI ein Erfolg”, unterstrich Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland. Mit dem innovativen Konzept sei ein guter Weg aufgezeigt worden. Das Modell habe zum Rückgang von Doppelstrukturen geführt, Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) sprach von einer “Blaupause” für Rheinland-Pfalz. “Die Ergebnisse des Pilotprojekts zeigen: Delegation und Digitalisierung schaffen mehr Versorgung.
Das ist eine gute Nachricht für die Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz”, so Hoch. “Gerade für uns als Flächenland ist wichtig, dass das Konzept auch in kleinen Praxen und im ländlichen Raum umsetzbar ist. Nun versprechen wir uns von der Gesetzgebung auf Bundesebene eine verstärkte Steuerungsrolle der Hausärzte und einen klaren Rahmen für die Delegation ärztlicher Aufgaben, damit wir gute Ansätze wie HÄPPI gut in eine Regelstruktur außerhalb von Modellprojekten überführen können.”