Berlin. Nachdem zum Jahreswechsel die Sicherheitszertifikate in zahlreichen Komponenten zur Anbindung an die Telematik-Infrastruktur (TI) umgestellt werden mussten, kommt es in einzelnen Praxen weiterhin zu Beeinträchtigungen. Dies geht aus den regelmäßigen Updates im Fachportal der Gematik hervor.
Wichtig: Betroffen sind weiterhin ausschließlich Konstellationen mit SMC-B-Karten des Anbieters medisign der neuen Generation (Generation G2.1) in Kombination mit bestimmten Konnektor- und VPN-Zugangsdienst-Kombinationen (siehe unten).
Laut Gematik handelt es sich lediglich um “eine dreistellige Anzahl von Einrichtungen”. Der Ärger ist für betroffene Praxen jedoch groß: Bereits die großflächige Umstellung zum Jahreswechsel hatte für Hausärztinnen und Hausärzte teils immensen Aufwand bedeutet, der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hatte entsprechend vor Auswirkungen auf die Versorgung gewarnt. Denn der funktionierende Zugriff auf die TI bildet die Basis für die Nutzung sämtlicher digitaler Anwendungen.
Kombination 1: KoCoBox-Konnektor + VPN von CGM
Zumindest für eine Hardware-Software-Kombination hat sich die Situation seit Bekanntwerden der Probleme vergangene Woche entschärft. So ist die Störung in Praxen, die KoCoBox-Konnektoren in Verbindung mit dem VPN-Zugang von CGM nutzen, seit Montag (12. Januar) behoben, teilt die Gematik aktuell mit. Ein angekündigter Software-Change sei umgesetzt worden, heißt es im Fachportal.
Wichtig in der Praxis: „In vereinzelten Fällen“ könne es erforderlich sein, den Konnektor erneut einzuschalten, rät die Gematik.
Kombination 2: Secunet-Konnektor + VPN von T-Systems oder Arvato
Anders sieht es für Praxen aus, die Secunet-Konnektoren mit VPN-Zugängen von T-Systems und Arvato nutzen wollen. Hierfür steht laut Gematik folgender Workaround zur Verfügung, um auftretende Beeinträchtigungen zu beheben:
- Update auf die aktuelle Firmware (Version 5.70.6)
- anschließende Neuregistrierung des Konnektors mit ECC-Zertifikat (per Dienstleister vor Ort)
Wichtig in der Praxis: Die Neuregistrierung kann theoretisch auch von den Praxen selbst vorgenommen werden. In der Regel sind Hausärztinnen und Hausärzte aber besser beraten, ihren IT-Dienstleister zu Rate zu ziehen. Auch laut Gematik ist ein Dienstleister vor Ort empfohlen.
Kombination 3: KoCoBox-Konnektor + VPN von Arvato
Für die „sehr geringe Anzahl“ an Praxen, die einen KoCoBox-Konnektor zusammen mit einem VPN-Zugangsdienst von Arvato nutzen, sind laut Gematik keine Beeinträchtigungen aufgetreten.
Ein Kartentausch ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht notwendig.
