Mit einer Finanzspritze von vier Millionen Euro jährlich stärkt die AOK Bayern künftig die hausärztliche Versorgung in Bayern. Die Krankenkasse und der Bayerische Hausärztinnen- und Hausärzteverband (BHÄV) haben dazu für ihren Hausärztevertrag Mitte Februar neue Leistungen vereinbart.
So wird der Einsatz akademisch ausgebildeter nichtärztlicher Fachkräfte in den Praxen sowie bei Hausbesuchen künftig gefördert. Außerdem werden die Praxen bei der Finanzierung von telemedizinischen Geräten unterstützt, mit denen Gesundheitsdaten direkt beim Patienten vor Ort erhoben und sicher an die Hausarztpraxis übermittelt werden können, teilt der Verband mit.
Insgesamt stelle Bayerns größte Krankenkasse dafür zusätzlich vier Millionen Euro im Jahr zur Verfügung. Die Erweiterung des Hausarztvertrags knüpfe an die im Herbst vereinbarte Studienförderung für nichtärztliches Personal an. Die AOK Bayern honoriere dabei unter anderem den Einsatz von Primary Care Managern, die Ärztinnen und Ärzte im Praxisalltag unterstützen würden.
Auch Hausbesuche durch geschulte nichtärztliche Mitarbeitende würden finanziell gefördert. In enger Absprache mit der behandelnden Hausärztin oder dem Hausarzt könnten sie Routineaufgaben wie einfache Untersuchungen oder Messungen von Körperwerten übernehmen.
Außerdem werde künftig der Einsatz von AOK-Coaches – etwa zu Bluthochdruck und Diabetes mellitus Typ II – in der hausärztlichen Versorgung gefördert, teilt der Verband weiter mit. Die Online-Programme sollen Versicherte im Umgang mit chronischen Erkrankungen unterstützen und die Gesundheitskompetenz erhöhen.
“Mit der Weiterentwicklung des Hausarztvertrags stellen wir gemeinsam mit dem BHÄV die Weichen für eine zukunftssichere hausärztliche Versorgung”, sagte Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, bei der Unterzeichnung des Vertrags.
“Wir sind froh, mit der AOK Bayern einen Vertragspartner zu haben, der erkannt hat, wie wichtig Delegation und Teamarbeit für den Erhalt der hausärztlichen Versorgung sind. Die neu verhandelten Leistungen stärken das hausärztliche Betreu-Team. Mit einem hochqualifizierten Team können Hausärztinnen und Hausärzte mehr Patienten mit gewohnt hoher Qualität versorgen”, erklärte BHÄV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Ritter bei der Vorstellung der neuen Förderung.
red
