Humane Krebszelllinien sind seit Jahrzehnten unverzichtbare Modelle für die Krebsforschung und ersetzen bereits viele Tierversuche. Allerdings: Für die Kultivierung der Krebszellen im Labor wird in der Regel fötales Kälberserum (FKS) benötigt, das aus dem Blut ungeborener Kälber gewonnen wird.
Ein deutsches Forschungsteam hat nun vier häufig genutzte menschliche Krebszelllinien (HELA, HL-60, K-562, JIMT-1) an verschiedene tierkomponentenfreie Medien angepasst, wie das Leibniz-Institut DSMZ- Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen berichtet.
Als Ersatz für das Kälberserum kamen humanes Plättchenlysat, aber auch verschiedene chemisch hergestellte Medien zum Einsatz. Die für die Krebserkrankungen charakteristischen Merkmale blieben dabei in den Zellkulturen ohne Kälberserum erhalten, die Alternativmedien seien daher ebenso gut für die Forschung einsetzbar, berichtet das Team.
Die angepassten Krebszelllinien werden jetzt auch über den Katalog der DSMZ der Forschungsgemeinschaft zur Verfügung gestellt.
red
Quellen: 1. Mitteilung des DSZM vom 5. Mai, 2. doi 10.14573/altex.2512111
