München. Betroffene mit Vorhofflimmern fragen häufig danach, was sie selbst tun können und ob sie Sport betreiben dürfen, um ihre Beschwerden zu bessern. Die Leitlinien vieler Fachgesellschaften sprechen sich bereits für ein bewegungsaktives Leben aus. Am Sonntagabend (30. August) ist auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) nun unterstützend die norwegische NEXAF-Studie vorgestellt worden.
Sie geht als primärer Endpunkt den Fragen nach, ob – bei wenig aktiven Betroffenen mit einem nicht permanenten Vorhofflimmern – mehr Bewegung die Phasen solcher Episoden vermindern und die Lebensqualität verbessern kann. 295 Personen wurden dazu randomisiert und entweder „wie gehabt“ oder initial mit einem intensivierten und supervidierten Training betreut. Anschließend folgte eine Phase häuslicher Bewegungsphasen mit digitaler Unterstützung Ein implantierter Eventrekorder erfasste sowohl in der Bewegungs- als auch der Standard-Gruppe über ein Jahr hinweg 24/7 den Herzhythmus.
Die Resultate sind beeindruckend: In der Bewegungsgruppe halbierten sich nahezu die Vorhofflimmer-Phasen. Allerdings zeigte sich bei der Lebensqualität nur ein nicht signifikanter, doch leicht positiver Trend. Die Hospitalisierungsrate sank in der Bewegungsgruppe ebenfalls um fast die Hälfte und auch die körperliche Fitness nahm zu.
Dr. Dierk Heimann geht in seinem KI-unterstützten Podcast den gerade veröffentlichten NEXAF-Ergebnissen nach und übersetzt sie pragmatisch in den Praxis-Alltag.
Die NEXAF-Studie ist veröffentlicht unter https://openheart.bmj.com/content/12/1/e003077
