München. In der ersten Hot-Line-Session der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in München wurde eine Studie vorgestellt, die Hausärztinnen und Hausärzten dabei helfen kann, den Nutzen einer vorhofflimmerbedingten Antikoagulation versus Gefährdung – bei unklarer (intermediärer) Risikolage – besser einzugrenzen. Konkret wurden über 1.800 Teilnehmende an 18 südkoreanischen Zentren untersucht.
‚SINGLE-AF‘, so der Name der Studie, war als offene Studie bei Betroffenen mit einem intermediärem Risiko konzipiert. Nach einer 1:1-Randomisierung wurde entweder eine DOAC-Therapie (Apixaban / Rivaroxaban) initiiert oder darauf verzichtet.
Nach zwei Jahren trat der kombinierte primäre Endpunkt aus Schlaganfällen, thromboembolischen Ereignissen, größeren Blutungen oder kardiovaskulär bedingten Todesfällen in der Antikoagulations-Gruppe um 69% seltener ein. Das könnte die generelle Haltung der ESC stützen, die für ein früheres Antikoagulieren eintritt.
So klingen die Studienergebnisse beim ersten Lesen in der Tat nach einer dramatischen Verbesserung – doch der absolute Unterschied lag bei gerade mal einem Prozentpunkt. Es heißt also, genauer hinzusehen – oder besser: hinzuhören. Mehr im Podcast “HörBesuch meets CardioFlash EXTRA”, der auch in allen gängigen Podcast-Playern (Apple Podcasts, Spotify etc.) zu abonnieren ist.
Zeitgleiche Publikation im NEJM: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2607978?query=featured_home
