MASLD: häufig, lange unerkannt und gefährlich
Weit verbreitet und lange unerkannt – die Rede ist von der metabolischen Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD). Dieses Krankheitsbild zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. 70 Prozent aller daran erkrankten Menschen leiden daran.
Die Krankheit beginnt mit einer Einlagerung von Fetten in die Leber. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Entzündung, die zu Vernarbungen und schließlich zu einer Leberzirrhose führen kann.
Doch MASLD ist mehr als eine Lebererkrankung. Gerade bei Menschen mit einem Typ-2-Diabetes ist das Vorliegen einer MASLD mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Vorhofflimmern, chronische Niereninsuffizienz und verschiedene Tumorerkrankungen assoziiert. Auch ein Zusammenhang mit neuropsychiatrischen Erkrankungen und auch Infektionen werden diskutiert.
Die Erkrankung verläuft oft lange asymptomatisch und bleibt deshalb längere Zeit unerkannt. Menschen mit Typ-2-Diabetes gelten als Hochrisikogruppe. Besteht zusätzlich eine MASLD, so steigt bei ihnen das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und auch für Sterblichkeit deutlich an. Auch gibt es Hinweise dafür, dass die Fettleber selbst die Entstehung eines Typ-2-Diabetes begünstigt.
Da die Erkrankung häufig wegen fehlender Symptome erst verzögert diagnostiziert wird, sollte ein generelles Screening bei Menschen mit einem Prädiabetes und Typ-2-Diabetes durchgeführt werden. Als einfaches Erstverfahren gilt der FIB-4-Index. Er basiert auf Routinelaborwerten und ermöglicht eine erste Einschätzung des Risikos für eine Leberfibrose. Bei Verdacht auf eine MASLD sollte dann eine Elastographie der Leber durchgeführt werden.
Lange Zeit umfasste die Therapie der MASLD nur Allgemeinmaßnahmen wie eine Gewichtsreduktion, Bewegung und die Korrektur der kardiometabolischen Risikofaktoren. Inzwischen gibt es bei der medikamentösen Therapie Fortschritte. So zeigen inkretinbasierte Therapien auch bei MASLD positive Effekte. Weitere Wirkstoffe befinden sich in der klinischen Entwicklung (Nikolaos Perakakis, Dresden).
Chancen und Risiken einer Stammzell-Therapie
Die Entwicklung zellbasierter Therapien stellt einen der vielversprechendsten Fortschritte in der Diabetologie dar. Insbesondere der stammzellbasierte Betazellersatz eröffnet die Perspektive, die Insulinproduktion bei Menschen mit einem Typ-1-Diabetes wiederherzustellen.
In den letzten Jahren hat sich die Forschung in diesem Bereich dynamisch entwickelt. Inzwischen ist es gelungen, aus pluripotenten Stammzellen funktionell insulinproduzierende Zellen zu generieren, die nach der Transplantation auf Glukoseschwankungen reagieren können.
