Verhaltens- und psychische Symptome wie Unruhe, Apathie, Schlafstörungen oder Reizbarkeit gehören zu den häufigsten und belastendsten Begleiterscheinungen einer Demenz. Eine Längsschnittstudie des Digitalen Demenzregisters Bayern (digiDEM Bayern) mit 368 zu Hause lebenden Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder leichter bis mittelschwerer Demenz zeigt nun: Männer weisen zunächst eine höhere Symptomlast auf als Frauen.
Nach Berücksichtigung von Alter, Bildungsgrad und Demenzschwere verschwanden diese Unterschiede jedoch statistisch. Entscheidend für das Ausmaß der Symptome seien demnach nicht das Geschlecht allein, sondern vor allem soziale und medizinische Einflussfaktoren. Die Autoren betonen die Relevanz einer individualisierten Beurteilung in der hausärztlichen Versorgung.
Da die meisten Menschen mit Demenz über lange Zeit zu Hause leben, seien ambulante Unterstützungsangebote und eine gezielte Entlastung pflegender Angehöriger von zentraler Bedeutung. Die Ergebnisse unterstreichen zudem den Bedarf an weiteren Längsschnittstudien zur häuslichen Versorgung.
red
Quelle: doi 10.3389/fpsyt.2026.1810510
