Ein Forschungsteam hat in der Prudence-Studie untersucht, ob ein vorheriger Point-of-Care (PoC)-Test auf CRP, Streptokokken A und Influenza die Antibiotikaverordnungen bei akuten Atemwegsinfektionen senken kann. In die Studie eingeschlossen waren über 2.600 Patientinnen und Patienten ab einem Alter von einem Jahr aus 13 Ländern, bei denen Ärzte in der primärärztlichen Versorgung bereits erwogen, ein Antibiotikum zu verschreiben.
Alle Teilnehmenden zeigten Symptome einer akuten Atemwegsinfektion wie Husten (<28 Tage) oder Halsschmerzen (< 14 Tage). Eine Hälfte erhielt einen PoC-Test, die andere nicht. Ergebnis: Der Test veränderte das Verschreibungsverhalten nicht. Im Follow-up-Zeitraum von 28 Tagen erhielten in der PoC-Gruppe 45,7 Prozent und in der Gruppe ohne PoC 47,1 Prozent eine Antibiotikaverordnung.
Fazit für die Praxis [2]: “Ein Test ist nur dann hilfreich, wenn sein Ergebnis etwas ändert. Vorher kurz fragen: Was mache ich bei positivem, was bei negativem Ergebnis? Bleibt die Antwort gleich, kann meist auch der Test bleiben. Die Daten sprechen gegen ein routinemäßiges Testen, nicht gegen gezielte Diagnostik bei sinnvoller Vortestwahrscheinlichkeit. Gute Verlaufsberatung und ein klares Sicherheitsnetz bleiben oft die stärkeren Werkzeuge”, wird im IHF-Newsletter zum Studienergebnis resümiert.
red
Quellen:
1. doi 10.1016/j.lanprc.2025.100104
2. IHF-Newsletter KW29 vom 17. Juli
