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MeinungLeserbrief HP 3/26

Zu unserem Artikel "Geriatrie: Psychopharmaka absetzen – aber wie?" (Hausärztliche Praxis 3/26) hat uns ein Leserbrief erreicht.

Benzodiazepin-Entzug: Diazepam kumuliert

Betreff: “Geriatrie: Psychopharmaka absetzen – aber wie?“, Hausärztliche Praxis 3/26, S. 36-46

von Dr. Rüdiger Holzbach, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt am Alexianer Klinikum Hochsauerland

Es ist sehr verdienstvoll vom Kollegen Samusch, Mut zu machen und Hilfestellung zu geben, Psychopharmaka bei geriatrischen Patientinnen und Patienten zu überprüfen und ggf. zu reduzieren oder wieder ganz abzusetzen.

Leider basieren aber die Empfehlungen zum Absetzen von Benzodiazepinen und Z-Substanzen auf Arbeiten von Prof. Ashton aus den Achtzigerjahren. Die auch heute noch häufig zu lesende Empfehlung zum Entzug mit Diazepam wird leider weiter tradiert, obwohl es aufgrund der eigenen Halbwertszeit (HWZ) von bis zu 40 Stunden und aktiven Metaboliten Nordazepam (HWZ 36-200 h) und Oxazepam (HWZ 10-20 h) zu einer Dosis-Kumulation statt Reduktion führt.

Es empfehlen sich Benzodiazepine mit einer mittleren Halbwertszeit wie Oxazepam, Bromazepam oder Clonazepam (HWZ 20-40 h). Die bisherige Dosis muss über den Tag verteilt werden, damit die Spiegelschwankungen nicht zu groß sind, da der Abfall des Medikamentenspiegels unter den gewohnten Bereich zu Entzugssymptomen führt (analog zum Verlauf des Alkoholentzugs). Die Dauer des Entzugs sollte in der Regel 3 Monate nicht überschreiten.

Näheres dazu:

  • Holzbach R, 2022. Langzeiteinnahme von Benzodiazepinen und Z-Substanzen – Das Dilemma der Niedrigdosisabhängigkeit. NeuroTransmitter 33 (5): 24-27.
  • Holzbach R, 2021. Benzodiazepin-Abhängigkeit im Alter – Entzug in kleinen Schritten. doctors|today 5: 24-26.

 

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