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Versorgungsassistentin in der HausarztpraxisVERAH: Die rechte Hand in der Hausarztpraxis

Mehr Zeit für Medizin in der Hausarztpraxis: Diesen ärztlichen Wunsch kann eine Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) spürbar unterstützen. In vielen HZV-Verträgen wird ihr Einsatz zusätzlich vergütet.

Durch konsequente Delegation an qualifiziertes Praxispersonal können Hausärzte bis zu 65 Prozent ihrer Arbeitszeit einsparen.

Die hausärztliche Versorgung wird anspruchsvoller: Die Zahl älterer Menschen mit höherem Betreuungsbedarf, chronische Erkrankungen und multimorbide Fälle werden häufiger. Diese Herausforderungen brauchen klare Strukturen im Team. Hier unterstützt die Versorgungsassistenz in der Hausarztpraxis, VERAH: eine speziell qualifizierte Medizinische Fachangestellte, die delegierte Aufgaben eigenständig übernimmt und Ärztin oder Arzt damit entlastet.

Das Konzept passt optimal zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV), die auf einen starken Teamgedanken setzt. Dass es bundesweit schon mehr als 19.000 VERAH gibt, zeigt, dass das Modell im Praxisalltag angekommen ist.

Das Potenzial belegt auch eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung. Durch konsequente Delegation wiederkehrender, anspruchsvoller Aufgaben an qualifiziertes Praxispersonal könnten Hausärztinnen und Hausärzte demnach bis zu 65 Prozent ihrer Arbeitszeit einsparen. [1]

Zusätzliche Vergütung in der HZV

In den meisten HZV-Verträgen wird der Einsatz einer VERAH außerdem zusätzlich vergütet – vertragsabhängig zum Beispiel über einen Zuschlag auf die Chronikerpauschale (P3) sowie den VERAH-Hausbesuchszuschlag. Im Vertrag mit der IKK classic in Nordrhein bedeutet das beispielsweise einen Zuschlag in Höhe von 7 Euro auf die Chronikerpauschale (P3); zudem wird ein VERAH-Besuch mit 20 Euro vergütet.

Tipp: Mehr Informationen hierzu gibt es unter www.hzv.de.

Entscheiden sich Hausärztinnen und Hausärzte, ihre MFA fortzubilden, wenden sie sich an das Institut für hausärztliche Fortbildung (IHF), das die Fortbildung anbietet. [2] Die Gesamtdauer umfasst insgesamt 200 Unterrichtseinheiten in acht Modulen, bestehend aus einer Kombination aus Theorie, Praxis und einem Praktikum (s. Kasten). Berufsbegleitend lässt sie sich erfahrungsgemäß in rund drei Monaten absolvieren.

Die Aufgaben einer VERAH

“Als hochqualifizierte MFA übernimmt eine VERAH standardisierte, arztentlastende Aufgaben”, erklärt Lucia, VERAH-Expertin am IHF. Im Praxisalltag bedeutet das:

  • Übernahme koordinierender und arztentlastender Aufgaben,
  • Übernahme von Hausbesuchen (keine unklaren Anforderungen/Notfälle),
  • optimierte Patientenversorgung (Schulungen, Monitoring, Wundmanagement),
  • Schnittstellen-, Praxis- und Compliance-Management,
  • Stärkung und Sicherung der Hausarztpraxis als Ort der Versorgung.

Tipp: Weitere Details zur Fortbildung und den Kosten finden sich online unter www.ihf-fortbildung.de. Für Mitglieder im Hausärztinnen- und Hausärzteverband gelten vergünstigte Konditionen.

Quellen:

1. Hildebrandt, H., Schliffke, M., Renner, S., Sturm, H., & Wendel, P. (2026): „Delegation im Praxisteam: Ein starker Hebel für die Sicherung der Versorgung: Potenzialanalyse zum Einsatz weitergebildeter und akademisierter Praxisassistenzberufe in der hausärztlichen Versorgung“, Bertelsmann Stiftung, DOI 10.11586/2026026

2. verah.ihf-fortbildung.de, zuletzt abgerufen am 9.6.2026

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