Hiermit loggen Sie sich bei DocCheck aus.
Abbrechen

Ergebnisse EvaluationRheinland-Pfalz: Daumen hoch für HÄPPI

Egal, ob kleine oder große Praxis: HÄPPI funktioniert – auch in Rheinland-Pfalz. Die äußerst positiven Ergebnisse der Evaluation des HÄPPI-Pilotprojekts wurden von den Plänen der Bundespolitik überschattet.

Alle HÄPPI: 3. v.l. PD Dr. Simon Schwill, 4.v.l. Dr. Mareike Breinbauer, 5.v.l. Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, 6.v.l. Dr. Barbara Römer

Mainz. „Dieser Tag ist kein Ende, sondern ein Meilenstein“, freute sich Dr. Barbara Römer, Vorstandsvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes bei der Vorstellung der Evaluationsergebnisse von HÄPPI (Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung interprofessionell) am 13. Mai in Mainz.

Sieben Praxen in Rheinland-Pfalz starteten vor etwa einem Jahr mit der Unterstützung des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums und der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland mit HÄPPI, um das vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband entwickelte Konzept auszutesten.

Und die in Mainz vorgestellten Zahlen überzeugen: In fünf von sieben Praxen haben sich die Aufgaben und Verantwortungsverteilung stark verändert, erklärte Dr. Mareike Breinbauer, Universitätsmedizin Mainz, die gemeinsam mit PD Dr. Simon Schwill, Universitätsklinikum Heidelberg das Projekt begleitet und evaluiert hatte.

Positive Effekte der Delegation

Dank der besseren Aufgabenteilung und verstärkten Delegation profitierten die Patienten von schnelleren Abläufen.

Die Hausärztinnen und Hausärzte fühlten sich entlastet und konnten sich auf komplexere Fälle konzentrieren. Das Team an sich erklärte Fragebögen und Interviews, dass die Zusammenarbeit und Kommunikation besser geworden sei und die Wertschätzung im Team zugenommen habe.

Auch der verstärkte Einsatz von digitalen Tools in den HÄPPI Praxen wurde als positiv wahrgenommen. Allen voran der Einsatz eines KI-Telefonassistenten, den die Praxisteams – aber auch die Patienten – nach anfänglichen Schwierigkeiten nicht mehr missen möchten.

Das ist ein Versorgungsversprechen

Lediglich eine der HÄPPI-Praxen musste mehr Zeit aufgrund des KI-Telefonassistenten aufwenden, da es technische Probleme aufgrund von PVS-Schnittstellen gab. Die anderen sechs Praxen gaben an, die KI-Telefonassistenz auch nach der Pilotphase aufgrund der „deutlichen Entlastung“ weiter nutzen zu wollen.

Die positiven Ergebnisse überraschten Prof. Dr. Nicola-Buhlinger-Göpfarth, Co-Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes und Co-Landesvorsitzende des baden-württembergischen Verbandes nicht.

“In Baden-Württemberg, dem Mutterland von HÄPPI, haben wir einen leichten Vorsprung”, sagte sie in Mainz. Stand 13. Mai seien bereits 58 HÄPPI Praxen flächendeckend in Baden-Württemberg etabliert. “Wer in Baden-Württemberg bei der AOK versichert ist und keinen Hausarzt findet, kann über eine HÄPPI-Praxis im Umkreis von 20 km hausärztlich versorgt werden”, verdeutlichte Buhlinger-Göpfarth den Erfolg von HÄPPI.

Dies sei ein “Versorgungsversprechen, so könne die hausärztliche Versorgung in Zukunft funktionieren.

Ohne HZV kein HÄPPI!

Dabei nahm Buhlinger-Göpfarth auch die Bundespolitik ins Visier: “Wir haben HÄPPI mit der Innovationskraft der HZV entwickelt, um Kassen und Politik ein gutes Angebot zu unterbreiten”, meinte sie.

Mit dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz sei HÄPPI nun “fundamental gefährdet”, da im Gesetz eine Fixkostendegression vorgesehen sei. Im Klartext bedeute dies: Je mehr Versicherte sich in die HZV einschreiben, desto weniger Vergütung gibt es. “Dann überlege ich es mir doch zweimal, ob ich meine Versorgungsleistung ausbauen will – das ist doch Irrsinn”, resümierte Buhlinger-Göpfarth und rief alle auf, gegen diesen Passus im Gesetzentwurf zu kämpfen.

Gesundheitsminister: Blaupause für Rheinland-Pfalz

“Für die AOK ist HÄPPI ein Erfolg”, unterstrich Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland. Mit dem innovativen Konzept sei ein guter Weg aufgezeigt worden. Das Modell habe zum Rückgang von Doppelstrukturen geführt, Delegation an Fachkräfte bedeute Entlastung und Arbeitsteilung im Praxisalltag und insbesondere die digitalen Unterstützungsmöglichkeiten hätten neue Freiräume geschaffen.

Ebenso überzeugt von HÄPPI zeigte sich Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD), der von einer “Blaupause” für Rheinland-Pfalz sprach. Hoch: “Die Ergebnisse des Pilotprojekts in Rheinland-Pfalz zeigen: Delegation und Digitalisierung schaffen mehr Versorgung. Das ist eine gute Nachricht für die Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz. Gerade für uns als Flächenland ist wichtig, dass das Konzept auch in kleinen Praxen und im ländlichen Raum umsetzbar ist. Nun versprechen wir uns von der Gesetzgebung auf Bundesebene eine verstärkte Steuerungsrolle der Hausärzte und einen klaren Rahmen für die Delegation ärztlicher Aufgaben, damit wir gute Ansätze wie HÄPPI gut in eine Regelstruktur außerhalb von Modellprojekten überführen können.”

Die anwesenden HÄPPI-Teams möchten ebenfalls weitermachen. “Wir haben einen neuen Raum geschaffen und wir haben Ideen in der Pipeline, wie wir HÄPPI weiterentwickeln können”, ergriff Dr. Verena Gall, Hausärztin in Mommenheim das Wort. “Gehen wir gemeinsam diesen Weg weiter”, rief sie auf.

E-Mail-Adresse vergessen? Schreiben Sie uns.
Passwort vergessen? Sie können es zurücksetzen.
Nur wenn Sie sich sicher sind.

Sie haben noch kein Passwort?

Gleich registrieren ...

Für Hausärztinnen und Hausärzte, Praxismitarbeitende und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.

Mitglieder der Landesverbände im Hausärztinnen- und Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.

Hier erfolgt die Registrierung für das Portal und den Newsletter.


Persönliche Daten

Ihr Beruf

Legitimation

Die Registrierung steht exklusiv ausgewählten Fachkreisen zur Verfügung. Damit Ihr Zugang freigeschaltet werden kann, bitten wir Sie, sich entweder mittels Ihrer EFN zu legitimieren oder einen geeigneten Berufsnachweis hochzuladen.

Einen Berufsnachweis benötigen wir zur Prüfung, wenn Sie sich nicht mittels EFN autorisieren können oder wollen.
(max. 5 Dateien; PDF, JPG, PNG oder TIF)

Mitglied im Hausärzteverband
Mitglieder erhalten Zugriff auf weitere Inhalte und Tools.
Mit der Registrierung als Mitglied im Hausärzteverband stimmen Sie zu, dass wir Ihre Mitgliedschaft überprüfen.

Newsletter
Sie stimmen zu, dass wir Ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck an unseren Dienstleister Mailjet übermitteln dürfen. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen.

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.
Newsletter abbestellen

Wenn Sie den Newsletter abbestellen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an und wählen Sie die gewünschte Funktion. Wir senden Ihnen dann eine E-Mail zur Bestätigung.