Das Pilotprojekt “Telemedizinisches Fußkonsil”, das in Bayern im vergangenen Jahr gestartet ist, hat zum Ziel, Diabetiker vor den schwerwiegenden Folgen des Diabetischen Fußsyndroms (DFS) zu bewahren. Bei Erfolg ist ein bundesweites Roll-out anvisiert, erklärt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG).
Initiiert haben das Projekt neben der DDG der Bayerische Hausärzteverband, der BKK Landesverband Bayern, die GWQ Service Plus GmbH, das Fußnetz Bayern und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen.
Das DFS, so die DDG weiter, ist eine der schwerwiegendsten Folgen des Diabetes. Um schwere Infektionen oder Amputationen zu vermeiden, ermöglicht das Telemedizinische Fußkonsil einen schnellen praxisübergreifenden Austausch zwischen Hausärztinnen und Hausärzten mit auf DFS spezialisierten Fachärztinnen und -ärzten. Fußläsionen können so schnell und unkompliziert per Telemedizin begutachtet und leitliniengerecht versorgt werden. Vergütet wird das Engagement der Ärztinnen und Ärzte über einen Selektivvertrag, der mit dem BKK Landesverband Bayern geschlossen wurde.
Einer, der bereits mitmacht, ist Dr. Andreas Durstewitz, niedergelassener Hausarzt im bayerischen Pullach. Er hofft, dass das aus seiner Sicht sehr sinnvolle Projekt mittelfristig auf weitere Krankenkassen ausgerollt wird. Denn es biete Mehrwert für seine Patienten mit Diabetes – von den 120 Diabetikern seien 20 bis 25 bei der BKK versichert, die von dem Projekt profitieren würden.
Anmeldung und Prozess seien einfach: Die Hausärztin oder der Hausarzt macht ein Foto, Patient und Arzt füllen einen Fragebogen aus. Alles wird digital an einen DFS-Facharzt übermittelt, der eine Zweitmeinung abgibt und Therapievorschläge macht.
Dr. Susanne Reger-Tan, Vorsitzende der DDG Kommission Digitalisierung hofft, dass das Angebot von Haus- und Facharztpraxen in Bayern zahlreich genutzt wird, “um als Blaupause für ein bundesweites Roll-out zu dienen. Denn nur wenn attraktive digitale Angebote in den Arztpraxen angewendet und nicht als zusätzliche Belastung empfunden werden, kann die digitale Transformation in Deutschland gelingen und die medizinische Versorgung auch in ländlichen Gebieten verbessert werden”.
red