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Ständige ImpfkommissionRSV-Prophylaxe: Neben Nirsevimab nun auch Clesrovimab empfohlen

Die Ständige Impfkommission empfiehlt neben Nirsevimab nun auch den seit Kurzem zugelassenen Antikörper Clesrovimab zur RSV-Prophylaxe für alle Neugeborenen und Säuglinge in ihrer 1. RSV-Saison.

Innerhalb des 1.Lebensjahrs infizieren sich 50–70 Prozent der Säuglinge mindestens einmal mit RSV.

Berlin. Im April 2026 hat die europäische Arzneimittelbehörde mit Clesrovimab den dritten Antikörper zur Prophylaxe von Erkrankungen durch Respiratorische Synzytial-Viren (RSV) bei Säuglingen zugelassen (“Hausärztliche Praxis” berichtete), seit Juni ist Clesrovimab auf dem deutschen Markt verfügbar. Daneben sind die beiden Antikörper Palivizumab (Synagis®) sowie Nirsevimab (Beyfortus®) zugelassen.

Die STIKO hat bisher eine RSV-Prophylaxe mit Nirsevimab für alle Neugeborenen und Säuglinge unabhängig von möglichen Risikofaktoren in ihrer ersten RSV-Saison empfohlen. Nach Prüfung der Datenlage zu dem neuen Antikörper Clesrovimab ist die STIKO nun zu dem Ergebnis gekommen, dass auch Clesrovimab gut verträglich, sicher und wirksam ist. Daher empfiehlt die Kommission Clesrovimab neben Nirsevimab als gleichwertige RSV-Prophylaxe für alle Neugeborene und Säuglinge.

Zur Beurteilung von Clesrovimab wurde die CLEVER-Studie herangezogen. “Die Wirksamkeit von Clesrovimab über einen Zeitraum von 150 Tagen nach Immunisierung nahm mit dem Schweregrad der verhinderten RSV-bedingten Endpunkte zu”, schreibt das RKI in seiner Begründung und verweist auf Tab.1 (s. unten). “Der Schutz hielt über einen Zeitraum von 180 Tagen mit vergleichbar guter Effektivität an.”

Die Anzahl der Säuglinge, die immunisiert werden müssten, um bis zum 150.Tag nach Injektion einen Fall einer RSV-Infektion zu verhindern, lag laut RKI zwischen 26 (95% KI 18 – 42) für die medizinisch behandelte, RSV-assoziierte untere Atemwegsinfektion (LRTI, Lower respiratory tract infection) mit ≥1 Symptom und 108 (95% KI 60–226) für die schwer verlaufende, RSV-assoziierte LRTI.

“Auf Basis der vorliegenden Daten schützt Clesrovimab mit hoher Wirksamkeit vor RSV-assoziierten LRTI; auch Nirsevimab hat eine hohe Wirksamkeit. Bei Verfügbarkeit von zwei verschiedenen monoklonalen Antikörpern kann bei potenziellen Lieferengpässen auf das andere Präparat ausgewichen werden”, so das RKI.

Die Verimpfung von Clesrovimab ist in der Praxis etwas einfacher als die von Nirsevimab: Nirsevimab ist in einer Fertigspritze je nach Körpergewicht in zwei Dosierungen erhältlich (50 mg für Säuglinge mit einem Körpergewicht <5 kg, 100 mg bei einem Körpergewicht ≥5 kg, Einmaldosis), Clesrovimab wird hingegen in einer Fertigspritze in einer fixen Dosis unabhängig vom Körpergewicht verabreicht (105 mg, Einmaldosis).

red

Quelle: Epid Bull 37/26

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