Berlin. Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zu einer Basisimmunität gegenüber Sars-CoV-2 für gesunde Erwachsene entfällt künftig. Dies gilt auch für Schwangere ohne Grunderkrankungen oder schwangerschaftsassoziierte Komplikationen.
Zur Erinnerung: Als Basisimmunität definiert die STIKO mindestens drei Antigenkontakte durch Impfung oder Infektion, wobei mindestens einer der drei Antigenkontakte durch eine Impfung erfolgt sein sollte.
Als Gründe gibt das Robert Koch-Institut im Epidemiologischen Bulletin an:
- Ein Großteil der erwachsenen Bevölkerung verfügt heute über eine durch vielfältige Antigenkontakte geprägte hybride Immunität; dies gilt auch für gesunde Schwangere.
- Schwere Covid-19-Verläufe in der Schwangerschaft sind seit Auftreten der Omikron-Variante sehr selten geworden und inzwischen mit dem Risiko der gesunden gleichaltrigen Allgemeinbevölkerung vergleichbar.
- Seit Ende der Pandemie gehen die Corona-Fallzahlen kontinuierlich zurück. Covid-19-assoziierte Hospitalisierungen und Covid-19-bedingte Todesfälle finden sich vorrangig bei ≥75-Jährigen.
Zukünftig gilt daher die Standardimpfempfehlung im Alter von ≥75 Jahren (bisher: ab 60 Jahre), die Indikationsimpfempfehlung gilt weiterhin für viele Risikogruppen (s. Kasten).
Eine weitere Neuerung: Die jährliche Impfung soll künftig (einmalig pro Saison) bevorzugt mit dem Beginn der Saison im Spätsommer/Frühherbst durchgeführt werden, da sich „inzwischen ein eingipfliger saisonaler Verlauf mit Beginn im Spätsommer/Frühherbst etabliert hat“, begründet die STIKO die Entscheidung. Für die Influenza-Impfung wird die Impfung weiterhin zwischen Oktober und Mitte Dezember empfohlen.
“Die unterschiedliche Saisonalität der respiratorischen Erreger (insbesondere Influenza) sollte bei der Wahl des Zeitpunktes der Impfung bzw. Ko-Administration von Impfungen bedacht werden”, heißt es dazu.
red
Quelle: Epid Bull 28/26
