Es gibt einiges zu vermelden vom 47. Hausärztinnen- und Hausärztetag (HÄT): Einen Tag vor der Delegiertenversammlung sind wir mit “Politik im Dialog” neue Wege gegangen und haben mit Diskussionsrunden und Impulsvorträgen Raum für den direkten Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesundheitswesen geschaffen. Der große Erfolg des neuen Formats zeigt, wie wichtig es ist, über die Zukunft der hausärztlichen Versorgung unmittelbar mit der Politik zu diskutieren.
Natürlich waren beim diesjährigen HÄT auch die Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Thema. Besorgniserregend sind die zunehmende Gefährdung unserer Demokratie, die Wissenschaftsleugnung und die menschenfeindlichen Positionen, die leider immer mehr Zustimmung finden. Das stellt auch unsere Praxisteams vor Herausforderungen – insbesondere dann, wenn sie mit entsprechenden Äußerungen konfrontiert werden.
Umso bewegender war es, wie deutlich die Delegierten in ihren Redebeiträgen Stellung gegen die erstarkende AfD bezogen. Besonders eindrücklich war der Bericht eines Kollegen, dessen eigene Familie Flucht und Vertreibung erleben musste. Er sagte, er werde nicht zulassen, dass seine Familie noch einmal zerschlagen wird.
Die 120 Delegierten – ebenso wie die anwesenden Journalistinnen und Journalisten und Mitarbeitenden des Verbands – standen geschlossen auf und würdigten seine Worte mit langem Applaus. Viele waren zu Tränen gerührt. Es war ein starker Moment, der uns allen in Erinnerung bleiben wird.
Mit kollegialen Grüßen
Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Dr. Markus Blumenthal-Beier
Bundesvorsitzende Hausärztinnen- und Hausärzteverband
