Cephalosporin-Resistenzen bei N. gonorrhoeae sind besonders im asiatischen Raum deutlich prävalenter als in Europa. Daran erinnert das RKI und berichtet in diesem Zusammenhang von fünf Gonorrhö-Fällen mit Reiseanamnese nach Asien, bei denen Erreger mit extensiver Antibiotikaresistenz oder Multiresistenz bestätigt wurden.
Die Fälle wurden zwischen Mai und Dezember 2025 erfasst, alle waren Männer zwischen 23 und 50 Jahren mit symptomatischer Urethritis. Bei vier Fällen wurde die Infektion wahrscheinlich im Rahmen heterosexueller Kontakte in Thailand erworben, bei einem Fall vermutlich in China.
Die antimikrobielle Empfindlichkeitstestung ergab für alle Fälle Resistenzen gegenüber dem Erstlinientherapeutikum Ceftriaxon und dem Alternativtherapeutikum Cefixim. Zudem wurden Resistenzen gegenüber Ciprofloxacin und Tetracyclin nachgewiesen. Vier der Isolate waren zusätzlich resistent gegenüber Azithromycin, drei davon mit Hochresistenz. Vier Isolate waren resistent gegenüber Penicillin.
“Trotz Resistenz gegenüber den Cephalosporinen Cefixim und Ceftriaxon war die Behandlung aller Fälle erfolgreich. Dies ist vermutlich auf die minimale Hemmkonzentrations-Werte im niedrigen Resistenzbereich und auf die in vier Fällen eingesetzte hohe Dosis von 1–2g Ceftriaxon zurückzuführen”, so das RKI. Grundsätzlich werde eine kulturelle Empfindlichkeitstestung, leitliniengerechte Therapie und Erfolgskontrolle für alle Infektionen mit N. gonorrhoeae empfohlen.
red
Quelle: Epid Bull 13/26
