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Serie „Kollegentipps“1 Praxis, 7 Teilzeit-Ärztinnen, 18 Kinder: Mit diesem Konzept läuft alles rund

Im baden-württembergischen Praxiszentrum Laichingen arbeiten sieben Ärztinnen in Teilzeit. Das ist wichtig, denn für die arbeitenden Mütter ist Flexibilität und Zeit für die Familie das A und O. Dank einem ausgeklügelten Konzept und der Arbeit aller auf Augenhöhe funktioniert es prima.

Mit dem personellen Wachstum wurden die Räume schnell zu knapp. 2022 wurde die Praxis erweitert und umfasst nun rund 400 qm.

Als Allgemeinärztin Dr. Ulrike Spaniol 2017 in eine mehrköpfige hausärztliche Praxis im ländlichen Laichingen eintrat, hätte sie sich sicher nicht vorstellen können, wie schnell sich die Praxis in der Schwäbischen Alb verändern und auch wachsen würde. Die vier älteren Kolleginnen und Kollegen aus Praxisgemeinschaft und Gemeinschaftspraxis gingen alle nach und nach (2019, 2021 und 2024) in den Ruhestand.

Es rückten Kathrin Hollenbach und Dr. Maria Stiegeler für die Ruheständler nach, parallel kamen weitere angestellte Ärztinnen (2017, 2020, 2023 und 2024) hinzu.

Mittlerweile arbeiten sieben Ärztinnen – alle in Teilzeit – in einem ausgeklügelten System. Das muss auch so sein, denn zusammen haben die Ärztinnen 18 Kinder – von ganz klein bis zum Twen.

Drei der sieben Ärztinnen sind Teilhaberinnen der Praxis, vier arbeiten angestellt. 12 nichtärztliche Mitarbeiterinnen komplettieren das Team der Praxis, darunter zwei Auszubildende zur MFA, zwei VERAH und eine MFA, die gerade den Studiengang Primary Care Management (PCM) belegt.

Somit wird der Weg zur HÄPPI-Praxis geebnet. Die Praxis ist täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet und versorgt rund 5.000 Patientinnen und Patienten im Quartal. Betreut werden auch fünf Pflegeheime.

7 Ärztinnen, 7 Spezialgebiete

Jede der Ärztinnen bringt spezielles Wissen in die Praxis mit, erklärt Hausärztin Dr. Sarah Alt-Wulfert, derzeit noch angestellt, bald aber auch Mitinhaberin der Praxis. So können die Bereiche Chirurgie, Diabetologie, Gastroenterologie, Geriatrie, Nephrologie, Palliativ- und Reisemedizin abgedeckt werden.

Dass alle in Teilzeit arbeiten, ist das Basiskonzept der Praxis, sagt sie im Gespräch mit “Hausärztliche Praxis”. Es mache sehr viel Spaß in der Praxis zu arbeiten, weil sich alle als Team begreifen würden. Als akademische Lehrpraxis der Universität Ulm betreuen die Ärztinnen regelmäßig Blockpraktikanten.

Auch PJ-Studentinnen und -Studenten sowie Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung sind willkommen. Auch wenn diese nur vormittags oder nachmittags arbeiten möchten – eine Lösung wird gefunden, sagt Alt-Wulfert.

Die wichtigsten Zutaten

Natürlich wären auch männliche Kollegen willkommen, erklärt Alt-Wulfert, “es sollte nur ein Teamplayer sein”. Schließlich arbeite das Team vor allem deshalb gut zusammen, weil die Chemie stimme und niemand über andere bestimmen wolle.

In solch einer Praxis ist es besonders wichtig, dass die Infos an den Schnittstellen gut fließen. Das wird über das PVS gewährleistet, erklärt die Allgemeinärztin. Alle arbeiten im gleichen System, legen großen Wert auf die Dokumentation und hinterlassen auch Notizen für Kolleginnen, falls sinnvoll oder erforderlich.

Neben der Arbeit auf Augenhöhe gibt es für Alt-Wulfert weitere wichtige Zutaten, damit die Teamarbeit in der Praxis reibungslos funktioniert: Die Aufgaben müssen klar und gut verteilt sein und der guten Kommunikation kommt ein hoher Stellenwert zu. Regelmäßige Teambesprechungen, sowohl unter den Ärztinnen als auch gemeinsam mit den Praxismitarbeitenden, seien “unerlässlich”.

Einmal pro Woche treffen sich die Ärztinnen, einmal im Monat trifft sich das gesamte Praxisteam. Jeden Montag startet die Woche außerdem mit einem Jour fixe. Meistens treffen sich die Ärztinnen auch jeweils vor den Sprechstunden.

Die freie Zeit ist den Ärztinnen heilig. Nur wenn es etwas wirklich Akutes gibt, darf zum Hörer gegriffen werden. Die nichtärztlichen Mitarbeitenden sind zudem angehalten, keine der Ärztinnen in der Freizeit anzurufen – das ist nur den Kolleginnen vorbehalten.

Schließlich, sagt Alt-Wulfert, haben wir alle auch private Terminkalender und organisieren mit unseren ebenfalls arbeitstätigen Männern das Familienleben.

Die Arbeitsstunden sowohl der Ärztinnen als auch der nichtärztlichen Mitarbeiterinnen werden selbstverständlich über eine digitale Zeiterfassung aufgezeichnet, sodass auch eventuelle Über- oder Fehlstunden automatisch dokumentiert werden und ein Ausgleich erfolgen kann.

Mut machen für eigene Praxis

Die Ärztinnen arbeiten nach einem Stundenplan, der sich aber auch immer wieder mal ändert (siehe Abb. unten).

Um flexibel und schnell zu reagieren, tauschen sich die Ärztinnen über Organisatorisches auch über einen Messenger aus.

“Man muss die Praxis insgesamt wie ein ‘work in progress’ sehen”, erklärt Alt-Wulfert. Immer wieder erfolgen Anpassungen.

So wird neben Alt-Wulfert auch bald Christine Loustalot-Forest als fünfte ins Praxis-Inhaberteam wechseln. Mit der Vorstellung ihres Konzeptes wollen die Ärztinnen auch anderen Kolleginnen mit Kindern Mut machen: Eine eigene Praxis zu führen, geht auch in Teilzeit und lässt sich wunderbar mit der Familie verbinden, so ihr Appell.

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