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Serie "Golden Nuggets"Vom Erklären zum Verstehen

Für seinen Newsletter "Golden Nuggets" gräbt Allgemeinmediziner Dr. Florian Stigler praxisrelevante Studien und Tipps aus. So wie die Teach-Back-Methode – ein evidenzbasiertes Kommunikations-Tool für bessere Arzt-Patienten-Gespräche.

Rund die Hälfte der europäischen Erwachsenen hat Schwierigkeiten damit, Gesundheitsinformationen zu verstehen.

Viele von uns gehen davon aus, dass unsere Patienten alles verstanden haben, wenn sie das Sprechzimmer verlassen. In der Realität haben jedoch rund die Hälfte der europäischen Erwachsenen Schwierigkeiten damit, Gesundheitsinformationen zu verstehen – und selbst gut Informierte vergessen viel. Besonders kritisch wird es, wenn wir neue Medikamente verordnen oder Red Flags erklären.

Die Teach-Back-Methode setzt genau hier an: Patienten werden gebeten, das Besprochene in ihren eigenen Worten zu wiederholen – um sicherzugehen, dass sie es verstanden haben, und um die Erinnerung zu festigen.

Die Umsetzung erfolgt in zwei Schritten:

1. Bitte an den Patienten, das Wichtigste in eigenen Worten zu wiederholen.

  • “Nur um sicherzugehen, dass ich es gut erklärt habe: Wie nehmen Sie die neuen Tabletten ein?”
  • “Was erzählen Sie zu Hause Ihrer Frau / Ihrem Mann über unseren Plan?”
  • “Wir haben heute viel besprochen – was würden Sie tun, wenn X passiert?”

2. Wenn die Antwort fehlerhaft ist, erneute Erklärung und Prüfung (s. Schritt 1).

  • “Das habe ich wohl nicht gut genug erklärt – ich versuche es noch einmal anders.”

Dass die Teach-Back-Methode das Verständnis verbessert, belegen mehrere Studien. Ein Systematic Review aus 2020 [1] zeigte in 19 von 20 Studien positive Ergebnisse. Ein neuer Review im Juni 2025 [2] bestätigte diese Befunde. Die Methode verbesserte demnach das Verständnis, die Erinnerung und manche klinischen Endpunkte [3] – etwa Adhärenz, HbA1c-Werte und Krankenhaus-Wiederaufnahmen.

Einer prospektiven Kohortenstudie von 483 Notaufnahme-Patienten in den Niederlanden zufolge hat “Teach Back” das Verständnis-Defizit von 49 Prozent auf 12 Prozent senken können [4], eine retrospektive Kohortenstudie mit 2.901 Menschen mit Diabetes in der Primärversorgung in den USA zeigte einen Unterschied von 14 Prozent versus 18 Prozent in regulären Gesprächen [5].

Wichtig in der Praxis: Zeit ist im Praxisalltag immer ein limitierender Faktor. Doch: Die niederländische Studie [4] zeigte, dass “Teach Back” das Gespräch im Durchschnitt nur um 99 Sekunden (4:50 Min. versus 3:11 Min.) verlängerte. Das kann sich mehrfach auszahlen, auch durch weniger Rückfragen, weniger Missverständnisse und weniger unnötige Wiedervorstellungen. (mit jas)

Quellen:

  1. Talevski J, Wong Shee A, Rasmussen B, Kemp G, Beauchamp A (2020) Teach-back: A systematic review of implementation and impacts. PLoS ONE 15(4): e0231350. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0231350
  2. Johnson P, et al. Effectiveness and Implementation of Teach-Back as an Approach to Patient Education: A Systematic Review. Washington, DC: Evidence Synthesis Program, Health Systems Research, Office of Research and Development, Department of Veterans Affairs. VA ESP Project #9-010; 2025.
  3. Schillinger D, Piette J, Grumbach K, et al. Closing the Loop: Physician Communication With Diabetic Patients Who Have Low Health Literacy. Arch Intern Med. 2003;163(1):83–90. doi: 10.1001/archinte.163.1.83
  4. Mahajan, M., Hogewoning, J.A., Zewald, J.J.A. et al. The impact of teach-back on patient recall and understanding of discharge information in the emergency department: the Emergency Teach-Back (EM-TeBa) study. Int J Emerg Med 13, 49 (2020). doi 10.1186/s12245-020-00306-9
  5. Young-Rock Hong et al. Association of Patient-Provider Teach-Back Communication with Diabetic Outcomes: A Cohort Study, The Journal of the American Board of Family Medicine Nov 2020, 33 (6) 903-912; doi 10.3122/jabfm.2020.06.200217
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