Auf ein derzeit hohes Chikungunya-Infektionsrisiko für Reisende auf den Seychellen weist das Robert Koch-Institut (RKI) hin. In Deutschland wurden laut RKI 2025 ab der 23. Meldewoche 16 Fälle, und 2026 bislang (Stand 11.3.2026) 58 importierte Chikungunyafälle im Zusammenhang mit Reisen auf die Seychellen übermittelt.
“Die Daten der Erkrankungsbeginne häufen sich vor allem im Dezember 2025 und im Januar 2026 – Fälle aus dem Februar/März sind möglicherweise noch nicht diagnostiziert und gemeldet worden, so dass der Ausbruch potenziell anhält.” Die Fälle stünden im Zusammenhang mit einer breiteren Ausbreitung des Erregers im Indischen Ozean (Komoren, Mauritius und die französischen Überseegebiete Mayotte und Réunion).
In der EU sind zwei Impfstoffe gegen Chikungunya zugelassen. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Personen ab 12 Jahren, die u.a. in Gebiete mit aktuellem Ausbruchsgeschehen reisen.
Das RKI weist zudem auf eine Häufung von Infektionen mit dem Ross-River-Virus nach Aufenthalten in Australien hin. Nach sieben Jahren ohne Fälle seien 2026 bisher drei Fälle aufgetreten (Stand 11.3.2026).
Wichtig für die Praxis: Bei Reiserückkehrern aus den betroffenen Gebieten mit Symptomen wie Fieber, Hautausschlag und ausgeprägten Gelenkschmerzen sollte u. a. neben Dengue auch an Chikungunyafieber und bei einer Reise nach Australien oder Ozeanien zudem an Ross-River-Virus-Infektionen gedacht werden.
red
Quelle: Epid Bull 11/26
