Wenn Lebensmittel in einer Krise teurer werden, kann das langfristige Auswirkungen auf das Wachstum und die Fettleibigkeit von Kindern haben. Das haben Wissenschaftler vom Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn herausgefunden, die Daten aus dem Indonesian Family Life Survey auswerteten.
Für die jüngst veröffentlichte Studie wurden regionale Unterschiede bei der Reispreisinflation zwischen 1997 und 2000 mit Körpermaßen von Kindern in der Kindheit und später als junge Erwachsene verknüpft.
Das überraschende Ergebnis: “Der krisenbedingte Preisanstieg erhöhte die chronische Unterernährung und ging mit einem Anstieg der Wachstumsverzögerung um 3,5 Prozentpunkte einher”, wird die Erstautorin der Studie Elza S. Elmira zitiert. Auch habe sich gezeigt, dass die betroffenen Kinder später nicht nur kleiner im Vergleich zu ihren Altersgenossen seien, sondern sie seien auch deutlich anfälliger für Fettleibigkeit.
Eine Erklärung könne den Studienautoren zufolge sein, dass Familien in Krisen weniger bei Kalorien als bei teureren, nährstoffreichen Lebensmitteln sparen würden. So entstehe ein versteckter Mangel an Mikronährstoffen, der das Längenwachstum bremse.
red
Quelle: doi 10.1016/j.gfs.2025.100900