Impfen kann Leben retten – das gilt in besonderem Maße für die HPV-Impfung. “Die HPV-Impfung schützt vor mehreren schweren Krankheiten, unter anderem auch vor Krebsarten wie zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs, Analkrebs und Krebs im Hals-Rachenraum”, erklärt Hausarzt Prof. Jörg Schelling.
Umso bedauerlicher, dass dieser Impfschutz viel zu wenig genutzt werde. In Bayern sind gerade mal die Hälfte aller 15-Jährigen Mädchen und nur 30 Prozent der Jungs in diesem Alter vollständig geimpft – damit liegt der Freistaat sogar unter dem Bundesdurchschnitt.
Das will Bayerns Gesundheits-, Pflege- und Präventionsministerin Judith Gerlach (CSU) ändern. Am 25. März lud sie zum HPV-Impfgipfel ins Staatsministerium, um ein breites Bündnis für die Krebsprävention durch Impfungen gegen Humane Papillomviren (HPV) zu bilden.
Für den Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverband (BHÄV) nahm Prof. Jörg Schelling teil, der sich im BHÄV-Vorstand als Beauftragter für Forschung und Lehre engagiert und den BHÄV auch in der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) vertritt. “Wir Hausärztinnen und Hausärzte sehen in unseren Praxen, welches Leid diese Erkrankungen verursachen, die doch so einfach zu verhindern sind”, sagt er.
Für den Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverband nimmt er vor allem drei Schwerpunkte als Hausaufgabe mit:
- die Förderung eines strukturierten digitalen Impfmanagements
- ein regelmäßiges Fortbildungsangebot zum Thema Impfen inklusive der HPV-Impfung
- Überzeugungsarbeit gegenüber Patientinnen und Patienten
In allen drei Bereichen ist der BHÄV bereits aktiv, werde aber die Arbeit intensivieren, berichtet Schelling. So habe man im Rahmen der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) mit einzelnen Krankenkassen Förderungen digitaler HPV-Impferinnerungssysteme aushandeln können.
“Wir würden uns natürlich freuen, wenn das Schule machen würde”, so Schelling. Und auch die PraxisApp “Meine hausärztliche Praxis”, die der BHÄV seinen Mitgliedern anbietet, kann zur Terminerinnerung und -vereinbarung genutzt werden.
Dass der BHÄV regelmäßig Fortbildungen zum Impfen anbietet, kann Schelling als Referent aus erster Hand bestätigen. Und Öffentlichkeitsarbeit in Sachen HPV-Impfung leistet der BHÄV unter anderem über Publikationen für Patientinnen und Patienten, zum Beispiel in der PraxisApp “Meine hausärztliche Praxis”, aber auch durch Teilnahme an Veranstaltungen wie der Bayerischen Impfwoche.
“Am Ende des Tages müssen natürlich auch wir Hausärztinnen und Hausärzte authentisch bleiben”, ist Schellings Erfahrung. Als Hausärztin oder Hausarzt könne man nur von Impfungen überzeugen, die man auch der eigenen Familie, den eigenen Kindern zumuten würde. “Und selbstverständlich möchte ich meine Familie vor Krebserkrankungen schützen, die durch HPV ausgelöst werden.”
RS
