Berlin. Nachdem der Hersteller Stallergenes Greer bestätigt hat, die Produktion des Medikaments Palforzia® einzustellen, sieht der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) „erhebliche Fragen zur Versorgung und Therapieplanung“. Das Präparat mit definiertem Erdnussproteinpulver wird bislang zur oralen Immuntherapie (OIT) bei Kindern und Jugendlichen mit Erdnussallergie eingesetzt, um das Risiko schwerer allergischer Reaktionen zu reduzieren.
Für Hausärztinnen und Hausärzte, die möglicherweise betroffene Familien betreuen, ist die Übergangsregelung von Bedeutung, die laut DAAB gemeinsam mit der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) getroffen wurde:
- Die Packung zur initialen Aufdosierung (PZN 16903164) ist noch bis 31. März 2026 verfügbar. Danach sollen keine neuen Patienten mehr neu auf Palforzia® eingestellt werden.
- Die Dosissteigerungsphasen (Stufen 1 bis 11) sollen voraussichtlich bis Dezember 2026 erhältlich bleiben, um begonnene Therapien kontrolliert fortzuführen.
- Die Erhaltungsdosis von 300 mg soll bis März 2027 verfügbar sein.
Der Hersteller hat versichert, dass für bereits begonnene Therapien ausreichend Medikament zur Verfügung steht, um diese planmäßig fortzuführen und abzuschließen. Der Marktrückzug erfolge nicht aufgrund von Sicherheits- oder Wirksamkeitsbedenken, sondern aus wirtschaftlichen Gründen, heißt es beim DAAB.
Derzeit gebe es keine alternative zugelassene medikamentöse Therapie zur oralen Immuntherapie bei Erdnussallergie. “Der Wegfall von Palforzia® bedeutet daher eine erhebliche Versorgungslücke – insbesondere für Patientinnen und Patienten, die bereits auf kleinste Mengen Erdnuss schwer reagieren.”
