München. Gleich eine der ersten Sessions der heute (28. August) in München beginnenden Jahrestagung der europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) weitete den Blick für das Zusammenspiel aus Herz, Nieren und metabolischen Erkrankungen.
Erstmals wurde eine ESC-Leitlinie mit diesem gemeinsamen Blickwinkel vorgestellt. Sie ruft auch und gerade Hausärztinnen und Hausärzte auf den Plan, die Nieren im ‚Doppelpack‘ viel früher als bisher in den Blick zu nehmen: sowohl mit eGFR und Albumin-Kreatinin-Quotienten (UACR) als auch früher auf nephroprotektive Substanzen wie die SGLT2-Hemmer zu setzen. Ihr eingängiges Motto lautet STAMP – ein englisches Akronym für Screen, Triage, and Address CKD Risk, Modify CVD management, and Plan health services.
Hausarzt Dr. Dierk Heimann aus Mainz hat die Präsentation in der bayerischen Landeshauptstadt zu früher Stunde verfolgt. Im Podcast ordnet er die neue Leitlinie mit Hilfe Künstlicher Intelligenz für den Praxisalltag und auch im Vergleich zu DEGAM-Leitlinie und Nationalen Versorgungsleitlinien ein – denn hier bestehen durchaus in einigen Punkten relevante Abweichungen. Zudem kommt der Kardiologe und ESC-Leitlinienautor Prof. Ulf Landmesser im Podcast zu Wort, wie er die Rolle der Allgemeinmedizin einschätzt.
Die fünf STAMP take aways:
- Screen – früh nach Nierenschäden bei allen Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen suchen (eGFR und UACR)
- Triage – das Risiko ganzheitlich betrachten und nephrologische, metabolische und kardiovaskuläre Erkrankungen holistisch bewerten
- Adress – mit Patientinnen und Patienten ausführlich über ihre Situation sprechen
- Modify – in der Gesamtschau früher krankheitsmodifizierend handeln. Ganz vorne: SGLT2-Inhibitoren.
- Plan health services – interdisziplinär zu denken, ist das Gebot dieser Leitlinien-Stunde
Die neue ESC-Leitlinie zum Download: https://www.escardio.org/guidelines/clinical-practice-guidelines/all-esc-practice-guidelines/cvd-chronic-kidney-disease/
