Frühe Lipidsenkung
In dieser Real-World-Studie wurde der Frage nachgegangen, ob die frühe PCSK9-Hemmung mit Evolocumab nach einem Myokardinfarkt Vorteile im Hinblick auf LDL-C-Senkung und die Sekundärprävention bringt.
Therapieziele waren eine Senkung des LDL-C-Spiegels auf < 55 mg/dl, in ausgewählten Fällen sogar auf < 40 mg/dl oder eine Senkung um > 50 mg/dl des Ausgangswertes. Nach einem Jahr hatten 82 Prozent der Patienten der Evolocumab-Gruppe das LDL-Ziel erreicht, in der Kontrollgruppe war das nur bei 40 Prozent der Fall.
Wichtig: Es zeigte sich aber kein Unterschied beim kombinierten Endpunkt Tod oder ungeplante Rehospitalisierung wegen eines kardiovaskulären Ereignisses (Evolocumab-Gruppe 14,6 Prozent vs. 15,4 Prozent in der Kontrollgruppe) [1].
Antikoagulation bei VHF mit mittlerem Schlaganfallrisiko?
In dieser randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie wurde der Nutzen einer oralen Antikoagulation mit einem DOAK bei 1.803 VHF-Patienten mit einem mittleren Schlaganfallrisiko (CHA2DS2-VASC-Score 1 bei Männern und 2 bei Frauen) untersucht. Der kombinierte Endpunkt der Studie umfasste Schlaganfall, systemische Embolien, schwere Blutungen und kardiovaskulären Tod nach zwei Jahren.
Der primäre Endpunkt trat in der DOAK-Gruppe signifikant seltener auf (0,5 Prozent (4 Ereignisse) vs.1,5 Prozent (13 Ereignisse) p = 0,03). Die NNT lag bei 100 über zwei Jahre. Der Unterschied war vor allem den ischämischen Schlaganfällen (1 vs.10 Ereignisse) geschuldet [2].
Metformin bei Herzinsuffizienz
Ob Metformin einen zusätzlichen klinischen Nutzen bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz hat, dieser Frage ist man in der Met-HeFT-Studie nachgegangen. Die HFrEF-Patienten erhielten 2 x 1.000 mg Metformin oder Placebo.
Die zusätzliche Gabe von Metformin hatte keinen Einfluss auf den primären kombinierten Endpunkt (Gesamtmortalität, Verschlechterung der Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt und Schlaganfall). Auch bei den einzelnen Komponenten gab es keine relevanten Unterschiede [5].
Statine bei älteren gesunden Menschen
In dieser Placebo-kontrollierten Studie wurde die Gabe von Statinen bei 9.971 gesunden älteren Menschen über 70 Jahre im Hinblick auf das krankheitsfreie Überleben untersucht. Endpunkt der Studie waren ein MACE-Ereignis, ein Leben mit Demenz oder körperlichen Behinderungen. Bezüglich dieses Endpunktes zeigte sich kein Unterschied zwischen den beiden Behandlungsgruppen (12,8 Prozent mit Statin vs. 13,6 Prozent unter Placebo).
Schwere unerwünschte Ereignisse traten bei 2,7 Prozent in beiden Gruppen auf, wobei Muskelschmerzen, Diabetes und Hepatopathie in der Atorvastatin-Gruppe häufiger beobachtet wurden [9].
Antisense-Therapie bei Amyloidose
In dieser Phase-3-Studie wurde die Wirksamkeit von Eplontersen bei Patienten mit einer ATTR-Amyloidose mit Kardiomyopathie untersucht. Dabei handelt es sich um ein GalNAc-konjugiertes Antisense-Oligonukleotid, das hepatische TTR-mRNA abbaut und dadurch die Produktion von Wildtyp- und Variant-TTR reduziert.
Primärer Endpunkt war die Kombination aus kardiovaskulärem Tod und kardiovaskulären Ereignissen bis Woche 140. Dieser primäre Endpunkt wurde nicht erreicht. Unter Eplontersen traten 381 Ereignisse bei 210 Patienten (29,4 Prozent) auf. In der Placebo-Gruppe waren es 392 Ereignisse bei 231 Patienten (32,2 Prozent) [3].
Neuer Myosin-Inhibitor bei HCM
Für die nicht-obstruktive HCM gibt es bisher keine zugelassenen Therapieoptionen. Im Rahmen dieser Studie wurde die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Myosin-Inhibitors Aficamten untersucht. Eingeschlossen in diese randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie wurden 517 Patienten mit einer nicht-obstruktiven HCM. Ko-primäre Endpunkte waren Veränderungen von KCCQ-CSS und pVO2.
Beide primären Endpunkte wurden erreicht. Nach 36 Wochen verbesserte sich der KCCQ-CSS unter Aficamten um 11,4 Punkte gegenüber 8,4 Punkten unter Placebo. Auch die objektive Leistungsfähigkeit verbesserte sich signifikant, ebenso die NYHA-Funktionsklasse [4].
TAVI plus PCI: Was zuerst?
Jeder zweite Patient mit einer Indikation für eine TAVI leidet auch an einer KHK und 20 bis 30 Prozent benötigen zusätzlich zur Klappenintervention eine PCI. Dann stellt sich die Frage nach dem optimalen Timing.
Bisher gab es zu dieser Frage nur wenige retrospektive Registerdaten mit zum Teil widersprüchlichen Ergebnissen. In die TAVI-PCI-Studie wurden 986 Patienten aufgenommen mit einer Indikation für eine TAVI und eine PCI. Sie wurden randomisiert auf TAVI first oder PCI first.
Der primäre Endpunkt umfasste Tod, nicht-fataler Myokardinfarkt, Ischämie-bedingter Revaskularisation, Klappenprozedur, Herzinsuffizienz-bedingter Hospitalisation und schwere Blutung nach einem Jahr. Der Unterschied zwischen den beiden Vorgehensweisen war nicht signifikant unterschiedlich (22,2 Prozent bei TAVI first vs. 24 Prozent bei PCI first).
Auch bei den einzelnen Komponenten gab es keine Unterschiede. Doch schwere Blutungen traten in der PCI first-Gruppe numerisch häufiger auf (9,7 Prozent vs. 6,6 Prozent) [6].
Antithrombotische Therapie bei TAVI
Acetylsalicylsäure oder Antikoagulation nach transfemoraler TAVI? Dieser Frage ist man in der ACASA-TAVI-Studie nachgegangen. Dazu wurden 360 Patienten mit TAVI randomisiert. Sie erhielten entweder 75 mg ASS täglich oder eine orale Antikoagulation mit einem DOAK.
Nach einem Jahr fand sich bei 32 Prozent in der ASS-Gruppe und 18 Prozent in der DOAK-Gruppe eine subklinische Klappenthrombose. Bzgl. der primären Sicherheitsendpunkte (Tod, Schlaganfall, Myokardinfarkt und Blutungen) fand sich kein signifikanter Unterschied (10,6 Prozent unter ASS vs. 7,5 Prozent unter DOAK) [7].
Prävalenz der Atherosklerose
Eine prospektive Kohortenstudie untersuchte die Prävalenz der asymptomatischen Atherosklerose und zwar mittels Ultraschall der Hals- und Beinarterien und einer koronaren CT-Angiographie. An der Studie nahmen 16.808 Erwachsene teil. Das mittlere Alter betrug 45 Jahre.
Bei 57,1 Prozent fand sich eine asymptomatische Atherosklerose. In der jüngsten Altersgruppe (18 bis 29 Jahre) betrug die Prävalenz 8,7 Prozent bei Männern und 6,7 Prozent bei Frauen.
Die Prävalenz stieg mit zunehmendem Alter an. Bei jüngeren Personen war die Atherosklerose meist peripher auf ein einzelnes Gefäß beschränkt. Das Plaquevolumen stieg mit zunehmendem Alter exponentiell an und die multiarterielle Manifestation nahm zu.
Eine isolierte Atherosklerose der Koronararterien war in allen Altersgruppen selten. Die Prävalenz stieg bei Männern früher an, während Frauen einen späteren und dann steilen Anstieg zeigten [8].
Quellen:
- Montalescot G et al., doi: 10.1001/jama. 2026.17302
- Kim D et al., doi: 10.1056/NEJMoa2607978
- Fontana M et al., doi: 10.1056/NEJM oa2608510
- Maron MS et al., doi: 10.1161/CIRCULATION AHA.126.082026
- Hostrup LA, Hot Line 6 ESC 2026 MUC
- Stähli BE, Hot Line 7 ESC 2026 MUC
- Lie O, Hot Line 7 ESC 2026 MUC
- Bundgaard H et al, doi: 10.1056/NEJM oa2609059
- Zoungas S et al., doi:10.1056/NEJM oa2607314
