Vor Kurzem ist die aktualisierte S3-Leitlinie “Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE)” publiziert worden. Gültig ist sie für Patienten der operativen und nichtoperativen Medizin, die aufgrund einer Erkrankung oder Intervention ein erhöhtes Risiko für VTE haben.
Erstmals wird in der neuen Leitlinie die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) empfohlen: “Zur medikamentösen VTE-Prophylaxe sollten vorzugsweise Heparine, Fondaparinux, Apixaban, Rivaroxaban, Dabigatran oder ASS eingesetzt werden.”
Weiter heißt es: “ASS kann postoperativ bei orthopädischen oder unfallchirurgischen Eingriffen im Bereich der unteren Extremität zur VTE-Prophylaxe angewendet werden.” Die Evidenz für die Empfehlung von ASS wird als moderat eingeschätzt: Unter Berücksichtigung der hohen Bias-Risiken der Metaanalysen, dem Mangel an großen RCT und der moderaten Sicherheit der Ergebnisse der großen Cristal-RCT werde die Evidenz als ausreichend erachtet.
Eine weitere Neuerung: “Die präoperative Bestimmung des D-Dimer-Wertes zusätzlich zu etablierten Evaluationsinstrumenten des VTE-Risikos (z.B. Caprini-Score für chirurgische Patienten, Anm. d. Red.) kann hilfreich sein.”
