Optimierung der Schilddrüsentherapie
Die Gabe von Schilddrüsenhormonen bedarf immer einer klaren Indikation. Um diesem Anspruch gerecht werden zu können und eine Überdiagnostik und Übertherapie zu vermeiden, müssen bei der Interpretation der Laborwerte Alter und Geschlecht berücksichtigt werden. Grundsätzlich sollten deshalb vom Labor alters- und geschlechtsspezifische Referenzbereiche geliefert werden. In einer Studie konnten damit fast 50 Prozent der zuvor als subklinisch hypothyreot klassifizierten Personen als normal eingestuft werden.
Natrium-Levothyroxin stellt als Monotherapie die Grundlage der Behandlung der Hypothyreose dar. Doch es gibt verschiedene potenzielle Hürden, die die klinische Wirksamkeit beeinträchtigen können. Dies zeigt sich darin, dass die therapeutischen Ziele – Symptomlinderung und Normalisierung des Serum-TSH – nicht erreicht werden. Dabei sollte man zunächst auch an medikamentöse Interaktionen denken.
Viele Medikamente und auch Nahrungsergänzungsmittel können die Bioverfügbarkeit von Levothyroxin verringern. Bei der Dosierung gilt, dass ein täglicher Bedarf von über 1,5 –1,7 µg/kg Körpergewicht bei erhaltener Schilddrüse bzw. 1,8 –2,0 µg/kg Körpergewicht nach Thy-reoidektomie Anlass sein sollte, mangelnde Compliance und eine Malabsorption in Betracht zu ziehen.
Hinsichtlich der Einnahme wird eine konsequente Routine empfohlen: Optimalerweise sollte die Einnahme 60 Minuten vor dem Frühstück oder alternativ am Abend mindestens drei Stunden nach der letzten Mahlzeit erfolgen. Das Intervall zwischen Einnahme und Nahrungs- oder Getränkeaufnahme sollte in keinem Fall kürzer als 30 Minuten sein. Für stabil eingestellte Patienten wird von einem Wechsel zwischen verschiedenen Marken oder Generika abgeraten (Martin Fassnacht, Würzburg).
Chronische Rhinosinusitis: Medikamente oder Operation?
Die chronische Rhinosinusitis (CRS) ist ein Krankheitsbild, welches die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen kann. Von einer solchen spricht man, wenn die Beschwerden länger als 12 Wochen anhalten. Im Vergleich zur akuten Rhinosinusitis sind die Beschwerden weniger ausgeprägt, die Schmerzen sind leichter und Fieber fehlt. Es werden zwei Subtypen unterschieden, mit und ohne Polypen. Die apparative Diagnostik umfasst eine Schnittbildgebung mittels CT.
