Genf. Im Kampf gegen Hepatitis fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr Forschung, mehr Tests und Behandlungen sowie ein stärkeres politisches Engagement. 287 Millionen Menschen weltweit lebten mit chronischer Hepatitis B oder chronischer Hepatitis C, schreibt sie zum Welt-Hepatitis-Tag (28. Juli).
Hepatitis B ist die größere Bürde: Damit leben rund 240 Millionen Menschen weltweit, 1,1 Millionen sterben pro Jahr an Hepatitis B – mehr als doppelt so viele wie an Malaria.
An Hepatitis C sterben etwa 240.000 Menschen pro Jahr. Und obwohl die weitaus meisten Hepatitis-C-Erkrankungen seit 2015 geheilt werden können, wurden seitdem nur etwa 20 Prozent der Erkrankten behandelt, wie die WHO bemängelt.
Impfung empfohlen
Die WHO empfiehlt routinemäßige Hepatitis-B-Tests bei Schwangeren – und bei Babys von infizierten Frauen sofort nach der Geburt eine Impfung.
Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland rät zu einer Impfung im frühen Lebensalter. Ebenso empfiehlt die Stiko eine Hepatitis-B-Impfung für besonders gefährdete Erwachsene – etwa bei bestimmten Erkrankungen oder einem besonderen Ansteckungsrisiko.
Studie stimmt hoffnungsfroh
Eine Studie weckte bei Hepatitis-Fachleuten in diesem Frühjahr Hoffnung: Einem chinesischen Team gelang es erstmals, bei einigen Hepatitis-B-Patienten mit einer Kombinationstherapie eine funktionelle Heilung zu erreichen.
Funktionelle Heilung bedeutet, dass die Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt – auch wenn sie sich später wieder vermehren könnte, etwa, falls das Immunsystem angegriffen ist.
