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Editorial 08/2026Beim Stillen gibt’s kein Falsch

“Stillen: Wie lange ist richtig?” oder “Deutschland wacht endlich auf!”: Mit solchen und ähnlichen Beiträgen wurde die neue S3-Leitlinie zur Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung Mitte Februar auf sozialen Medien teils regelrecht gefeiert. Endlich würde Frauen der Druck genommen.

Denn jetzt können sie sich auf die wissenschaftlich fundierten Empfehlungen berufen: Die ersten sechs Monate ausschließlich stillen, idealerweise eine Gesamtstilldauer von mindestens einem Jahr. Das soll keinen Druck erzeugen?

Für Mütter, bei denen das Stillen reibungslos klappt, mag das stimmen. Doch wenn es hakt, wächst der Druck. In verkürzten Aussagen wie “Stillen: Wie lange ist richtig?” schwingt mit: Wer kürzer stillt, macht etwas falsch.

Ich erinnere mich gut an die Monate nach der Geburt: Geschrei. Schnell Stillkissen-“Podest” für die Zwillinge bauen. Anlegen, erst eins, dann zwei, dann wieder eins. Geschrei. Milch zu Ende. Geschrei. Fläschchen machen. Dann Wärme und Massage, Intervallpumpen: 20 Minuten Pumpen, 10 Minuten Pause, 10 Minuten Pumpen, 10 Minuten Pause, 10 Minuten Pumpen. Geschrei.

Tag ein, Tag aus. Nacht ein, Nacht aus. Nach drei Monaten stand ich am Rande des Burn-outs – und habe entschieden, für meine Söhne und mich ist stillen nicht mehr das Beste. Viel wichtiger für uns ist es, dass ich als Mutter wieder zu Kräften komme und psychisch stabil bleibe.

Warum teile ich diesen sehr intimen Einblick mit Ihnen? So unstrittig sind die Leitlinienempfehlungen nicht, wie viele Social-Media-Schnipsel vermitteln. Es gibt sechs Sondervoten und die Evidenz ist oft schwach. Hausarzt Stefan Lodders (s. Lesetipp) und das Online-Lexikon deximed fassen die Kritikpunkte zusammen (www.hausarzt.link/0zDNl). Die Leitlinie selbst weist auf die Einschränkungen und die Berücksichtigung der familiären Situation hin, nur dürfte das im Social-Media-Strudel für die meisten Mütter untergehen.

Daher bitte ich Sie, die Mütter im Blick zu behalten und in ihrer Entscheidung zu unterstützen. Neben dem Stillen bietet jeder Tag hunderte Momente, um die Bindung zwischen Eltern und Kindern zu fördern, meint

Ihre

Johanna Dielmann-von Berg

Chefredakteurin „Hausärztliche Praxis“

 

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