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"Rauchende Köpfe"HIT-Score: Das wünschen sich Hausärzte von PVS

Wie zufrieden sind Hausärztinnen und Hausärzte mit ihrem Praxisverwaltungssystem? Wo sehen sie Verbesserungsbedarf? Das haben rund 450 Befragte erstmals für den sogenannten HIT-Score zur hausärztlichen Praxis-IT formuliert.

Dr. Nicolas Kahl und Moritz Eckert haben beim 1. Hausärztlichen Praxis und IT Kongress (HIT) Software-Anbieter zum Schlagabtausch gebeten.

Insgesamt sind Hausärztinnen und Hausärzte mit ihrem Praxisverwaltungssystem (PVS) zufrieden, insbesondere nach einem Wechsel. Aber bei einigen Details sind auch Verbesserungen wünschenswert. Das geht aus dem HIT-Score hervor, einer nicht repräsentativen Umfrage des Instituts für hausärztliche Fortbildung (IHF) anlässlich des 1. Hausärztlichen Praxis und IT Kongresses (HIT) zu PVS-Anwendungen.

Bis zur Zwischenauswertung haben rund 450 überwiegend hausärztliche Praxisinhabende (81 Prozent), angestellte Ärzte (8 Prozent) und MFA (6 Prozent) teilgenommen. Die meisten davon arbeiten mit PVS, die insbesondere in den letzten Jahren an Installationen gewonnen haben (Details folgen in einer späteren Feinauswertung).

Da ein Drittel der Befragten in den letzten drei Jahren ihr PVS gewechselt hat, kann es hier zu positiven Verzerrungen (also höherer Zufriedenheit) kommen. Die Befragten waren eher jünger (37 Prozent 30 bis 44 Jahre, 45 Prozent 45 bis 59 Jahre) und etwas mehr Männer (54 Prozent) als Frauen.

Wechsel lohnt sich

Die oft hohe Zufriedenheit mit dem PVS zeigt sich in vielen Antworten sowie der eher geringen Wechselwahrscheinlichkeit. So gibt mehr als die Hälfte an, dass ein PVS-Wechsel in den nächsten drei Jahren sehr unwahrscheinlich ist. Aber in etwa jeder Sechste (16 Prozent) hat dies auch wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich vor.

Immerhin knapp die Hälfte hat in den vergangenen drei Jahren ihr PVS gewechselt. Hier zeigt sich, dass der Mut zu einem Wechsel belohnt wird: Knapp Dreiviertel der Wechsler sind sehr zufrieden (46 Prozent) oder eher zufrieden (25 Prozent).

Gute Noten für Datenschutz

Besonders gut bewerten Dreiviertel der Hausärztinnen und Hausärzte den Umgang der PVS mit vertraulichen Daten (42 Prozent sehr gut, 32 Prozent gut).

Als sehr gut beurteilt rund jeweils jeder Vierte die Unternehmenskultur (Schulungen, Programmhilfen, Umgang bei Programmfehlern und Neuerungen), die Anbindung von Hardware wie EKG oder die Zusammenarbeit mit Dienstleistern vor Ort – dies gilt ebenso für die Akzeptanz der PVS-Anbieter gegenüber der Einbindung freier IT-Betreuer (20 Prozent sehr gut, 22 Prozent gut).

Auch mit der Qualität von Programmupdates punkten die PVS: Hier schätzt die Mehrheit diese aber als gut (37 Prozent) ein und 29 Prozent als sehr gut.

Mehr Offenheit für Fremdsoftware

Verbesserungsbedarf sehen die Befragten vor allem bei der Offenheit zur Anwendung von Fremdanbieter-Software, etwa zur Telefonassistenz, Abrechnung oder App-Anwendungen. Diese empfinden nur jeder Fünfte als sehr gut, knapp jeder Vierte als gut. 17 Prozent sind noch zufrieden, ausreichend oder mangelhaft urteilen 19 Prozent.

Gerade in der aktuellen Phase der zunehmenden Digitalisierung der Praxen gewinnt diese Funktionalität aber an Bedeutung für Praxen. Aus Sicht der “Rauchenden Köpfe” wäre zum Beispiel eine Interoperabilitätsplattform sinnvoll, mit der Praxen Drittanwendungen von Patienten leichter anbinden könnten.

Suchläufe optimieren

Bei für Hausarztpraxen wichtigen Funktionen wie beispielsweise der Umsetzung von Dokumentationsbögen für die Disease-Management-Programme (DMP) oder dem Versand elektronischer Arztbriefe per KIM sind die Befragten überwiegend grundsätzlich zufrieden (Abb. 1 unten).

Im Detail zeigen sich hier leichte Verschiebungen der Zufriedenheit bei ePA-Down- und Upload, Suchläufen sowie der Archivierung von Fremdbefunden – was als Potenzial für Verbesserungen dieser Anwendungen hindeuten kann.

So schätzen 18 Prozent die Suchläufe zur Abrechnungskorrektur und Hilfe zur Regressvermeidung nur als befriedigend ein, 12 Prozent als ausreichend und sechs Prozent als mangelhaft. Zudem sollte leichter zu erkennen sein, ob man die Kriterien der neuen Vorhaltepauschale im EBM erfüllt. Hier stuften 18 Prozent die Unterstützung als ungenügend ein und 13 Prozent als mangelhaft.

Das Dokumentenmanagement von Fremdbefunden bewerten 21 Prozent als befriedigend, 9 Prozent als ausreichend und 7 Prozent als mangelhaft. Bei der ePA sehen 11 Prozent die Funktionen als ausreichend und 8 Prozent als mangelhaft.

Vielfach unzufrieden sind einige Befragte mit den Angeboten der PVS-Hersteller zum Austausch zwischen Nutzern wie Foren oder Nutzer-Treffen: 8 Prozent stufen dies als ungenügend ein, 7 Prozent als mangelhaft und 6 Prozent als ausreichend.

HZV-Abrechnung mehr unterstützen

Ähnlich schneiden die PVS grundsätzlich bei der Abbildung der Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung (HZV) ab. Rund 64 Prozent der Befragten nehmen an der HZV teil und bewerten insgesamt die Umsetzung als praktikabel (20 Prozent Zufriedenheit sehr gut, 23 Prozent gut), Verbesserungswünsche zeigen sich aber auch hier im Detail (Abb. 2 unten).

So sollte aus Sicht der Praxen ebenso bei der HZV-Abrechnung die Funktionalität weiter verbessert werden. Wünschenswert wären aus Sicht der “Rauchenden Köpfe” automatisierte Suchläufe oder Ziffernvorschläge, um die Abrechnung noch weiter zu erleichtern. Denn die HZV ist aus unserer Sicht die einzige Chance, dass wir Hausärztinnen und Hausärzte ein Primärversorgungssystem selbst gestalten und vernünftig abbilden können – die KV-Abrechnung ist dafür zu starr.

Während die Überprüfung der HZV-Teilnahme und die digitale Neueinschreibung von Versicherten in den PVS gut funktionieren, ist bei der konkreten Fallbearbeitung noch Luft nach oben. So bewerten 18 Prozent die Schnelligkeit und zahl der Klicks zur Fallanlage mit zwei Scheinen (HZV und KV) nur als befriedigend, 8 Prozent als ausreichend.

Das automatische Arbeiten im richtigen Fall läuft ebenso bei 17 Prozent befriedigend, bei 11 Prozent nur ausreichend. Die Abrechnungsstatistik beurteilen 14 Prozent als befriedigend und 7 Prozent als ausreichend. Rund jeder Vierte Befragte stuft die Integration von Abrechnungsvorschlägen – beispielsweise onkologischer Patient, Zuschlagsziffer abrechnen? – lediglich als ungenügend (16 Prozent) oder mangelhaft (12 Prozent) ein.

(mit jvb)

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