München. Die Titration und Überprüfung einer antihypertensiven Therapie gehört zur festen, aber auch zeitaufwändigen Routine in der Allgemeinmedizin. Der Fokus liegt dabei meist auf der Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse im Laufe des Lebens. Bis die Einstellung “steht”, können viele Konsultationen ins Land gehen. Die langfristige Adhärenz lässt immer wieder zu wünschen übrig.
Doch was wäre, wenn diese Routine ganz anders aussehen könnte?
Eine Sonntagabend (30. August) in der neunten Hot-Line-Session auf dem ESC-Kongress vorgestellte Langzeitstudie hat gleich zwei inspirierende Ergebnisse für die Allgemeinmedizin gezeigt bzw. sie wieder ins Gedächtnis gerufen:
- Eine gute Blutdruckeinstellung senkt auch das Demenzrisiko signifikant.
- Die Delegation der Medikations-Titration an nichtärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann ein entlastender und zugleich erfolgreicherer Weg sein. Das deckt sich mit der steigenden Bedeutung des hausärztlichen Praxisteams, auf die auch der Hausärztinnen- und Hausärzteverband immer wieder hinweist.
Obwohl die Untersuchung in ländlichen Regionen Chinas entstanden und damit nur sehr eingeschränkt auf westliche Länder übertragbar ist, kann sie ein paar interessante Impulse setzen, die zudem im Einklang mit (oft übersehenen) Empfehlungen deutscher Leitlinien stehen: Jede adäquate Blutdruckeinstellung kann zusätzlich das (mikrovaskuläre) Demenzrisiko senken – und zudem, dass wir mit einer antihypertensiven Betreuung im Team vielleicht “mehr” für unsere Patientinnen und Patienten erreichen können.
Hausarzt Dr. Dierk Heimann teilt in seinem KI-gestützten Podcast seine aktuellen Eindrücke:
Zur entsprechenden Veröffentlichung der ESC: https://www.escardio.org/news/press/press-releases/long-term-intensive-blood-pressure-control-reduces-dementia-risk/
