Hiermit loggen Sie sich bei DocCheck aus.
Abbrechen

Deutschlandweite Pilotprojekte“Social Prescribing”: Rezept soll alten Menschen in Armut helfen

Hausarztpraxen sind oft die einzigen Anlaufstellen, die alte Menschen in Armut regelmäßig aufsuchen. Um ihnen die soziale Teilhabe zu ermöglichen gibt es deutschlandweit Pilotprojekte, in denen Hausärztinnen und Hausärzte "soziale Rezepte" verschreiben können, um Menschen an nicht-medizinische Anlaufstellen anzubinden.

Menschen mit einer kleinen Rente leben aufgrund des Sparzwangs oft jahrelang sozial zurückgezogen.

Karlsruhe. Soziale Teilhabe auf Rezept: Um einsamen, alten Menschen in Armut zu helfen, wird in Karlsruhe ein neues Konzept getestet: Zwei Hausarztpraxen können Patienten “soziale Rezepte” verschreiben.

Damit können diese bei der Kulturküche Karlsruhe und dem AWO-Wohncafé im Stadtteil Rintheim ein warmes, gesundes Mittagessen bekommen. Und eine fachkundige Sozial- und Teilhabeberatung: eine Ansprechperson, die zuhört und entweder zu konkreten Beratungsstellen etwa für Wohngeldanträge oder zu niedrigschwelligen sozialen Angeboten in Wohnortnähe vermitteln kann.

Das steckt hinter dem Versuch

Das Pilotprojekt geht auf gleich mehrere gesellschaftliche Probleme ein: Immer mehr Menschen in Deutschland sind von Armut bedroht. “Ihre Lebenssituation ist häufig gekennzeichnet durch einen schlechteren Gesundheits- und Ernährungsstatus, eine ungünstigere Wohnsituation und eine geringere gesellschaftliche Teilhabe”, heißt es beim Max Rubner-Institut (MRI), dem Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel.

Bei älteren Menschen komme erschwerend hinzu, dass sie kaum Möglichkeiten hätten, aus der Armut herauszukommen. “Denn unzureichende Altersvorsorge kann nicht rückgängig gemacht werden und körperliche Einschränkungen führen zu verringerter Fähigkeit eines Hinzuverdienstes.” Daher habe die Verbesserung ihrer Situation eine große gesellschaftliche Relevanz.

Im Forschungsprojekt “Ernährungs- und Lebenssituation von Seniorinnen und Senioren in Armut” entstand den Angaben nach die Idee zu dem Versuch mit den “sozialen Rezepten”. Die zunehmende Einsamkeit sei oft mit einer kleinen Rente verbunden, weshalb viele Menschen aufgrund des Sparzwangs jahrelang sozial zurückgezogen lebten, teilte das MRI mit. Hausarztpraxen seien oft die einzigen Anlaufstellen, die die Betroffenen regelmäßig aufsuchen.

“Soziale Rezepte” europaweit

Damit diese auch an nicht-medizinische Angebote weiter verweisen können, gibt es schon länger die Idee vom “Social Prescribing”, dem “sozialen Rezept”. Das wird auch in verschiedenen Städten und anderen Zusammenhängen erprobt. Die Charité in Berlin etwa koordiniert ein europaweites Projekt dazu.

In Karlsruhe soll der Test sechs Monate laufen. “Uns interessiert natürlich, ob das soziale Rezept auch funktioniert”, erklärte Sozialwissenschaftlerin Tanja Kaufmann vom MRI laut Mitteilung. “Konnten die Nutzerinnen und Nutzer damit wirklich neue Sozialkontakte knüpfen und geht es ihnen ein wenig besser?” Die Kosten für die Teilnahme an den Mittagstischen und die Beratungsgespräche trägt bei dem Pilotprojekt die Stadt Karlsruhe.

Am Ende sollen die Erkenntnisse in einen Aktionsplan mit praxisnahen Maßnahmen fließen, um die Teilhabe älterer Menschen mit wenig Geld gerade mit Blick auf die Ernährung zu verbessern. Damit ist 2027 zu rechnen.

Quelle: dpa/lsw

E-Mail-Adresse vergessen? Schreiben Sie uns.
Passwort vergessen? Sie können es zurücksetzen.
Nur wenn Sie sich sicher sind.

Sie haben noch kein Passwort?

Gleich registrieren ...

Für Hausärztinnen und Hausärzte, Praxismitarbeitende und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.

Mitglieder der Landesverbände im Hausärztinnen- und Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.

Hier erfolgt die Registrierung für das Portal und den Newsletter.


Persönliche Daten

Ihr Beruf

Legitimation

Die Registrierung steht exklusiv ausgewählten Fachkreisen zur Verfügung. Damit Ihr Zugang freigeschaltet werden kann, bitten wir Sie, sich entweder mittels Ihrer EFN zu legitimieren oder einen geeigneten Berufsnachweis hochzuladen.

Einen Berufsnachweis benötigen wir zur Prüfung, wenn Sie sich nicht mittels EFN autorisieren können oder wollen.
(max. 5 Dateien; PDF, JPG, PNG oder TIF)

Mitglied im Hausärzteverband
Mitglieder erhalten Zugriff auf weitere Inhalte und Tools.
Mit der Registrierung als Mitglied im Hausärzteverband stimmen Sie zu, dass wir Ihre Mitgliedschaft überprüfen.

Newsletter
Sie stimmen zu, dass wir Ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck an unseren Dienstleister Mailjet übermitteln dürfen. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen.

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.
Newsletter abbestellen

Wenn Sie den Newsletter abbestellen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an und wählen Sie die gewünschte Funktion. Wir senden Ihnen dann eine E-Mail zur Bestätigung.