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ImpfempfehlungenSTIKO: 20-valenter Pneumokokken-Impfstoff jetzt auch für 2- bis 17-Jährige mit Risiko

Die Pneumokokken-Impfung wird einfacher: Auch bei Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen rät die STIKO jetzt zu einer Impfung mit einem 20-valenten Konjugat-Impfstoff. Die in der Praxis komplizierte sequentielle Impfung mit Konjugat- gefolgt von Polysaccharid-Impfstoff entfällt damit.

"Der Wegfall der PPSV23-Impfung nach Impfung mit einem PCV vereinfacht das bestehende Impfschema", betont die STIKO.

Berlin. Für Kinder und Jugendliche im Alter von ≥2 bis einschließlich 17 Jahren mit Risikofaktoren für schwere Pneumokokken-Erkrankungen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) jetzt als Indikationsimpfung einen 20-valenten Polysaccharid-Impfstoff gegen Pneumokokken (PCV20, derzeit verfügbar: Prevenar® 20, ehemals: Apexxnar®).

Die Impfung in der Hausarztpraxis vereinfacht sich damit: Zuvor wurde die sequenzielle Impfung mit dem 13- oder 15-valenten Konjugat-Impfstoff (PCV13 bzw. PCV15) gefolgt vom 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff (PPSV23) empfohlen. Cave: Die Empfehlung zur Grundimmunisierung von Säuglingen mit PCV13 oder PCV15 bleibt bestehen, da Unsicherheiten bezüglich der klinischen Wirksamkeit und der Wirksamkeit gegen Trägerschaft des Impfstoffes PCV20 bestehen. Seit März 2024 ist PCV20 zur Immunisierung für Personen ab sechs Monaten zugelassen.

Welche Kinder sollten wie geimpft werden?

Als Risikofaktoren für schwere Pneumokokken-Erkrankungen gibt die STIKO an:

  1. Angeborene oder erworbene Immundefekte,
  2. sonstige chronische Krankheiten wie Asthma oder chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie
  3. anatomische oder fremdkörperassoziierte Risiken für eine Pneumokokken-Meningitis (z.B. Cochlea-Implantat).

Auch bei Kindern, die bereits eine Pneumokokken-Impfung mit PCV10, PCV13, PCV15 oder PPSV23 erhalten haben, rät die STIKO zu einer Impfung mit PCV20 (s. Tab. unten).

Die Anwendung von PPSV23 alleine oder im Rahmen eines sequenziellen Impfschemas wird nun also nicht mehr empfohlen.

Ob nach der Impfung mit PCV20 Auffrischimpfungen nötig sind, ist noch unklar: “Zur Notwendigkeit von Wiederholungsimpfungen nach der Impfung mit PCV20 liegen noch keine Daten vor, weswegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt hierzu keine Empfehlung ausgesprochen werden kann”, heißt es dazu im aktuellen Epidemiologischen Bulletin.

Keine klinischen Daten, aber positive Aspekte

Zur Begründung verweist die STIKO in ihrer Kosten-Nutzen-Abwägung unter anderem auf praktische Vorteile sowie auf Untersuchungen mit anderen Studienpopulationen, klinische Daten explizit zur Wirksamkeit sowie zur Sicherheit von PCV20 bei Kindern und Jugendlichen mit Risikofaktoren gebe es nicht. “Dennoch sind verschiedene positive Aspekte bei der möglichen Anwendung von PCV20 in der Zielpopulation zu beachten”, heißt es im aktuellen Epidemiologischen Bulletin:

  1. PCV20 bietet eine größere Serotypenabdeckung im Vergleich zu PCV13 oder PCV15.
  2. Durch die Anpassung der Indikationsimpfempfehlung für Kinder und Jugendliche im Alter von ≥2 bis 17 Jahren wird die Indikationsimpfempfehlung insgesamt vereinheitlicht und vereinfacht.
  3. Zudem besteht eine vermutlich bessere Wirksamkeit von PCV20 im Vergleich zu PPSV23, da aufgrund der T-Zell-unterstützten Immunantwort eine stärkere und länger anhaltende Immunität hervorgerufen werden dürfte. Dies führt auch zu einer wahrscheinlich längeren Schutzdauer der PCV im Vergleich zu PPSV23.
  4. Weitere Studien zeigen, dass PCV auch bei Kindern und Jugendlichen mit Sichelzellkrankheit, HIV oder nach allogener Stammzelltransplantation immunogen sind. In Studien bei Erwachsenen konnte gezeigt werden, dass eine einzelne Impfstoffdosis PCV20 eine vergleichbare Immunantwort hervorruft wie die Impfung mit PCV13 + PPSV23.

Was es außerdem nicht gibt: Daten zur Impfquote. “Es gibt keine Daten zu Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen mit Risikofaktoren. Die Impfquoten der Indikationsimpfung gegen Pneumokokken-Erkrankungen bei Personen zwischen 18 und 59 Jahren mit Risikofaktoren liegen lediglich bei 5 bis 10 Prozent”, heißt es dazu.

STIKO geht von Akzeptanz in der Ärzteschaft aus

Es sei anzunehmen, dass die Empfehlungsänderung sowohl in der betreffenden Bevölkerungsgruppe als auch von der Ärzteschaft gut aufgenommen werde: “Der Wegfall der zusätzlichen PPSV23-Impfung nach Impfung mit einem PCV vereinfacht das derzeit bestehende Impfschema in der Zielpopulation. Zudem ist bei Impfung in einer Hausarztpraxis PCV20 wahrscheinlich eher verfügbar, da die Empfehlung zur Standardimpfung bei Personen ≥ 60 Jahre ebenfalls die Nutzung von PCV20 vorsieht.”

Eine Umfrage eines großen Pharmaunternehmens unter der Ärzteschaft und Pflegepersonal in den USA habe ergeben, dass eine Impfstoffdosis PCV20 für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren bevorzugt werde.

Quelle: Epid Bull 2/26

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