Berlin. Eine kritische Liefersituation bei diamorphinhaltigen Arzneimitteln für Injektionslösungen hat sich nach amtlichen Angaben wieder entspannt. Das Bundesgesundheitsministerium gab bekannt, dass ein im November 2024 festgestellter Versorgungsmangel nicht mehr vorliegt. Es handelt sich um pharmazeutisches Heroin, das für Ersatzstoff-Therapien bei Abhängigkeit von Opioden angewendet wird, wie ein Sprecher auf Anfrage erläuterte.
Die Versorgungslage habe sich nach Information des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte stabilisiert, teilte das Ministerium in der Bekanntmachung im Bundesanzeiger mit. Ein Versorgungsmangel geht über häufiger auftretende Lieferengpässe hinaus. Die Feststellung erlaubt befristet Abweichungen von Vorgaben, um leichter auf Importprodukte auszuweichen.
Versorgungsmängel eher selten
Ende Januar hatte das Ministerium zudem einen neuen Versorgungsmangel bei Antibiotika festgestellt, die zur Langzeitbehandlung von Streptokokken genutzt werden, um rheumatische entzündliche Herzerkrankungen zu verhindern. Eine solche kritischere Lage besteht auch noch bei einigen anderen Antibiotika-Wirkstoffen (Hausärztliche Praxis berichtete). Daher sind nun befristet Abweichungen von Vorgaben möglich, um ein leichteres Ausweichen auf importierte Produkte zu ermöglichen.
Generell sind offizielle Versorgungsmängel selten. Seit 2015 kam es weniger als 20 Mal vor. Als öfter auftretender Lieferengpass gilt eine mehr als zweiwöchige Unterbrechung einer üblichen Auslieferungsmenge. Dann sind in der Regel auch wirkstoffgleiche Mittel lieferbar. Derzeit gibt es nach amtlichen Daten rund 530 Lieferengpassmeldungen – bei insgesamt 100.000 zugelassenen Arzneimitteln.
Quelle: dpa
