Beim Screening auf das mögliche Vorliegen einer CKD bestehen nach wie vor Defizite. Das zeigen die Ergebnisse der Studie InspeCKD 2.0, in der in den Jahren 2023 und 2024 die Daten von 577.281 Patientinnen und Patienten mit Risikofaktoren für eine CKD ausgewertet wurden. Die Daten stammten aus 1.832 hausärztlichen Praxen in Deutschland [2].
Nur etwa die Hälfte (50,9%) der Patienten mit Diabetes mellitus, Hypertonie und/oder einer kardiovaskulären Erkrankung erhielt eine Serumkreatinin-Messung, nur 1,2% eine UACR-Bestimmung und 8,9% eine Testung auf Mikroalbuminurie mittels Harnstreifentest. Im Vergleich zur ersten Datenerhebung (InspeCKD 1.0), die zwischen 12/2020 und 7/2023 stattfand, hat sich die Situation zwar leicht verbessert, ist aber immer noch nicht zufriedenstellend [2].
Untersuchung von Risikopatienten empfohlen
Dabei wäre es wichtig, eine CKD frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, denn die Erkrankung ist ein wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor. Es ist dreimal wahrscheinlicher, innerhalb von 5 Jahren nach einer CKD-Diagnose zu sterben, als dialysepflichtig zu werden [3].
Daher wird in den KDIGO- und DEGAM-Leitlinien ein regelmäßiges Screening bzw. eine Überwachung der Nierenfunktion bei Risikopatienten empfohlen [4], [5]. Wird eine CKD leitliniengerecht mit einem Inhibitor des Renin-Angiotensin-Systems (RASi) sowie einem Inhibitor des Natrium-Glukose-Kotransporters-2 (SGLT2i) behandelt, sinkt das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen sowie für eine Progression der CKD [2].
DirectCKD erinnert ans Screening
Mögliche Hürden, die eine Frühdiagnose einer CKD und die Umsetzung der Leitlinien im hausärztlichen Bereich erschweren, können das fehlende Bewusstsein für die Erkrankung, die limitierte Zeit sowie ein knappes Budget sein. Um die Situation zu verbessern, wurde das Projekt DirectCKD ins Leben gerufen.
Ziel ist es, Hausärzte bei Screening und Diagnose einer CKD zu unterstützen, sodass mehr Menschen mit entsprechenden Risikofaktoren auf eine CKD untersucht werden. Außerdem soll die leitliniengerechte Therapie frühzeitig etabliert und so die Versorgung von Hochrisikopatienten verbessert werden.
Neu: Hinweis in Praxissoftware
Um diesem Ziel näherzukommen, wurden in die Praxissoftware von Medatixx und CompuGroup-Medical Hinweisfenster integriert, die an das Screening und die leitliniengerechte Versorgung erinnern. Diese Hinweise erscheinen automatisch im System, wenn die Daten von Personen geöffnet werden, die Risikofaktoren für eine CKD aufweisen, bei denen jedoch
– kein CKD-Screening dokumentiert ist,
– keine CKD-Diagnose vorliegt oder
– keine leitliniengerechte CKD-Therapie erfolgt.
Die Abfragen sind in den normalen Praxisablauf integriert und die Patienten werden bereits während der Konsultation automatisiert entlang des Behandlungspfads eingeordnet. In der Praxissoftware weisen Popup-Fenster auf die Leitlinienempfehlung zum CKD-Screening bzw. zur CKD-Therapie hin. Weitere medizinisch-wissenschaftliche Informationen und Materialien sind durch einen Klick abrufbar.
Medatixx-Nutzende können zudem eine Liste mit allen Risikopatienten in der Praxis abrufen. Für die Integration von DirectCKD in die Praxissoftware ist kein weiterer zeitlicher oder monetärer Aufwand erforderlich. Die Hinweisfenster werden mit den üblichen Systemupdates automatisch eingespielt.
Quellen:
- InspeCKD – AstraZeneca Inhouse analysis.Data on file
- Wanner et al. DGfN Mitteilungen Supplement01/2025;94-95. Abstract P088
- Fiedler GM, Vogt B. Der Internist 2019;60:485-501
- DEGAM. S3-Leitlinie „Versorgung von Patient*innen mit chronischer, nicht-nierenersatztherapiepflichtiger Nierenkrankheit in der Hausarztpraxis“, Juni 2024
- KDIGO. Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease 2024. Kidney Int. 2024; 105(4S):S117-S314
DE-90796
