Der Wirkstoff Tirzepatid nimmt inzwischen eine bedeutende Rolle in der Therapie von Übergewicht ein. Trotz erfolgreicher Gewichtsreduktion unter Behandlung birgt Tirzepatid jedoch nach Absetzen die Gefahr einer häufig beobachteten erneuten Gewichtszunahme [1]. Die Fragen, wie es für Patienten nach einer Gewichtsreduktion weitergeht, wie Körpergewicht und metabolische Situation langfristig stabilisiert werden können, sind deshalb von großer Bedeutung.
Wir beschreiben zwei Fälle der erfolgreichen Anwendung von Polyglucosamin L112, einem zur Behandlung von Übergewicht bewährten Ballaststoff mit hoher Fettbindungskapazität [2], als Begleit- und Follow-Up-Therapie zu Tirzepatid, um Gewicht und metabolische Situation zu stabilisieren. Die Fälle wurden von Dr. Grebe (Internist und Sportmediziner, Frankenberg) behandelt und beobachtet.
Fall 1:
Stabilisierte metabolische Situation und weitere Gewichtsreduktion
Eine Patientin (57 Jahre) entwickelte als Folge einer Trias aus belastenden häuslichen Bedingungen, einer Hüft- und Patellafraktur und eines Trauerfalls ein metabolisches Syndrom mit Adipositas (Gewichtszunahme +30 kg zwischen 2012 und 2024 auf 98 kg), Typ-2-Diabetes (HbA1c: 9,9%) und Hyperlipidämie (LDL-C: 216 mg/dl), sowie eine depressive Symptomatik.
Zudem hatte sich ihre allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit deutlich verschlechtert. Eine initiale Therapie mit Citalopram, Metformin, Diabetes-Diät, angeleiteter Bewegungstherapie sowie kurzzeitig Atorvastatin (40 mg über 3 Monate) zeigte nur teilweise Erfolg.
Erst eine im November 2024 angesetzte Kombinationstherapie aus Polyglucosamin L112 (formoline L112 2×2 Tabletten tägl.), Tirzepatid (Mounjaro® 15 mg/Woche) und intensivem Sportprogramm reduzierte das Gewicht ausreichend, sodass Tirzepatid bereits nach 3 Monaten abgesetzt werden konnte (-12 kg auf 86 kg). Anstelle einer erneuten Gewichtszunahme konnte durch eine fortgeführte Anwendung von Polyglucosamin L112 und Lebensstilwandel das Gewicht sogar noch weiter reduziert werden (-10 kg auf 76 kg in 6 Monaten).
Der HbA1c-Wert hatte sich durch Tirzepatid in den Normalbereich gesenkt (5,4%), und stieg nach Absetzen nur gering an (6,6%). Die körperliche Leistungsfähigkeit der Patientin steigerte sich im Therapieverlauf deutlich und die depressive Symptomatik klang soweit ab, dass auch Citalopram abgesetzt werden konnte.
Fall 2:
Gewichtsstabilisierung nach Absetzen Tirzepatid
Eine 28-jährige ehemalige Leistungssportlerin hatte nach ihrer Schwangerschaft 2020 (Ausgangsgewicht 62 kg) durch hormonelle Umstellung und Aufgabe ihres Sports kontinuierlich zugenommen. Sie stellte sich im Juli 2025 auf Druck des Ehemannes vor, mit dem Wunsch zur Gewichtsreduktion (KG: 115 kg) bei deutlich verschlechterter körperlicher Leistungsfähigkeit und unauffälligen Laborwerten.
Eine Behandlung mit einer Kombination aus Tirzepatid (Anfangsdosis 15 mg nach 2 Wochen auf 30 mg erhöht), Polyglucosamin L112 (formoline L112 2×2 Tabletten tägl., mit begleitender App) und einem Sportprogramm wurde gestartet. Bereits nach 3-monatiger Therapie, in welcher Übelkeit und Diarrhö als Nebenwirkungen aufgetreten sind, konnte bei einer erreichten Gewichtsreduktion von -30 kg (KG: 85 kg) Tirzepatid abgesetzt werden.
Die Behandlung erfolgte weiter nur noch mit Polyglucosamin L112 und Sportprogramm. Ab diesem Zeitpunkt traten keine Nebenwirkungen mehr auf und 2 Monate nach Absetzen des Tirzepatids blieb das Gewicht stabil bei 85 kg.
Fazit
Die Fallberichte legen dar, dass eine Kombination aus einer kurzfristigen Gabe von Tirzepatid mit einer Langzeitanwendung des gut verträglichen Fettbinders Polyglucosamin L112 in Kombination mit einer Lebensstilintervention, eine erhebliche Reduktion des Körpergewichts erzielen kann. Durch die weitere Anwendung von Polyglucosamin L112 konnte das Gewicht nach Absetzen der Tirzepatid-Behandlung stabilisiert oder sogar weiter gesenkt werden.
Neben dem langfristigen Erfolg und der stabilisierten metabolischen Situation bringt diese Behandlungsstrategie den Vorteil von verkürzter Tirzepatid-Anwendung und damit verringerten Therapiekosten und Nebenwirkungen mit sich.
Quellen
