Die Behandlungswünsche von Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation werden von deren engsten Angehörigen oft falsch eingeschätzt. Das hat eine am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) durchgeführte Studie ergeben, die damit ein zentrales Problem in der Versorgung aufzeigt: das Risiko, dass Menschen im Notfall auf der Intensivstation gegen ihren tatsächlichen Willen zu wenig oder zu viel behandelt werden.
In der Studie wurden Patientinnen und Patienten auf Normalstation mit Risiko für eine künftige Intensivpflichtigkeit und deren Angehörige getrennt voneinander zu Wünschen des Patienten hinsichtlich acht Therapieoptionen und sechs Lebensqualitätszielen befragt. Im Durchschnitt stimmten tatsächlicher und vermuteter Patientenwille zu 82,1 Prozent überein.
Bei etwa jeder fünften Person hätten demnach die Angehörigen anders entschieden als der Patient selbst. Je nach Maßnahme formulierten zwischen 1,0 und 8,6 Prozent eine Ablehnung entgegen dem Patientenwunsch und zwischen 0 und 6,7 Prozent der Angehörigen eine Akzeptanz entgegen dem Patientenwunsch.
Der vermutete Patientenwunsch hinsichtlich der Mindestlebensqualität stimmte durchschnittlich zu 86,4 Prozent mit dem tatsächlichen Patientenwunsch überein.
red
Quellen: 1. Mitteilung des UKE, 2. doi 10.3238/arztebl.m2025.0242
