Die ärztlichen Leistungen bei der Anwendung der DiGA “Oviva Direkt Bluthochdruck” und “INKA” können ab 1. April 2026 nach der Pauschale 86700 berechnet werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat diese Apps vorläufig in das Verzeichnis digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) aufgenommen.
Abrechnungsberechtigt sind aus dem hausärztlichen Bereich Fachärzte für Allgemeinmedizin, Fachärzte für Innere und Allgemeinmedizin, praktische Ärzte, Ärzte ohne Gebietsbezeichnung, Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunktbezeichnung, die gegenüber dem Zulassungsausschuss ihre Teilnahme an der hausärztlichen Versorgung gemäß § 73 Abs. 1a SGB V erklärt haben (sog. Hausarzt-Internisten), Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin sowie eine größere Anzahl an fachärztlichen Gruppen.
Hilfe bei Änderung des Lebensstils
Oviva Direkt Bluthochdruck soll Menschen mit Bluthochdruck durch Lebensstiländerungen (Ernährung, Bewegung) helfen, Werte und Gewicht zu reduzieren. Sie beinhaltet ein Foto-Ernährungstagebuch und einen Chat-Support durch Fachkräfte.
Laut Studien ist es durch die Anwendung möglich, eine signifikante systolische Blutdrucksenkung um durchschnittlich 11 mmHg zu erzielen.
Sie ist geeignet für Patienten mit Bluthochdruck in Kombination mit Übergewicht als medikamentenfreie Alternative oder begleitende Therapie. Die Nutzung erfolgt in der Regel über einen Zeitraum von 12 Wochen.
DiGA bei überaktiver Blase
INKA ist ein Therapieprogramm bei überaktiver Blase (OAB) und damit vergleichbar den bereits vorhandenen und in den EBM aufgenommenen DiGA “Kranus Lutera” (Behandlung von Blasenentleerungsstörungen bei Männern, EBM Nr. 01478) und “Kranus Mictera” (Behandlung der Harninkontinenz bei Frauen, EBM-Nr. 01482).
Damit besteht die Liste der nach der Pseudonummer 86700 berechnungsfähigen DiGA aus companion shoulder, Oviva Direkt Bluthochdruck und INKA. Die Leistungen nach der Pauschale 86700 werden extrabudgetär vergütet.
Anders fiel die Entscheidung bei der DiGA “glucura” zur Diabetestherapie aus. Auch diese DiGA wurde im Februar 2026 zwar dauerhaft in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen, das BfArM hat für diese App allerdings keine erforderlichen ärztlichen Tätigkeiten gesehen und sie deshalb nicht in den EBM aufgenommen.
Die DiGA “glucura” Diabetestherapie zeigt auf, welche Mahlzeiten den Blutzucker stabil halten und welche starke Blutzuckerreaktionen hervorrufen. Sie kann zwar verordnet werden, ein EBM-Honorar für die Begleitung gibt es aber nicht. GWZ
