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Hochdosis-Influenza-ImpfungNeue Daten zeigen Reduzierung von Hospitalisierungen

Eine Influenza kann vor allem für ältere Menschen und solche mit kardiovaskulären Risiken gefährlich werden. FLUNITY-HD, eine präspezifizierte gepoolte Analyse zweier pragmatischer, individuell randomisierter klinischer Studien mit mehr als 466.000 Teilnehmenden im Alter ab 65 Jahren zur Effektivität von Influenza-Impfstoffen, zeigt nach Impfung mit dem Hochdosis-Influenza-Impfstoff einen überlegenen Schutz für ältere Erwachsene vor Krankenhausaufenthalten im Vergleich zu standarddosierten Influenza-Impfstoffen#.

Als bislang größte Influenza-Impfstoff-Analyse ihrer Art – aufgrund der individuellen Randomisierung der zugrundeliegenden Studien – ist FLUNITY-HD darauf ausgelegt, die Effektivität des Hochdosis-Influenza-Impfstoffs im Praxisalltag im Vergleich zu standarddosierten# Influenza-Impfstoffen bei der Verhinderung von Krankenhausaufenthalten zu beurteilen, wobei Genauigkeit durch Randomisierung angestrebt wird [1].

Die multisaisonalen Studien wurden in zwei geografischen Regionen durchgeführt und liefern hohe Evidenz, dass der Hochdosis-Influenza-Impfstoff überlegenen Schutz für ältere Menschen vor Hospitalisierung im Vergleich zur Standarddosis# bietet [1]:

  • 8,8% (95%-Konfidenzintervall [KI]: 1,7-15,5; einseitiger p-Wert = 0,008) aufgrund von Lungenentzündung oder Influenza (primärer Endpunkt)
  • 6,3% (95%-KI: 2,5-10,0; p<0,001) aufgrund kardiorespiratorischer Ereignisse (sekundärer Endpunkt)
  • 31,9% (95%-KI: 19,7-42,2; p<0,001) aufgrund laborbestätigter Influenza-Infektion (sekundärer Endpunkt)
  • 2,2% (95%-KI: 0,3-4,1; p = 0,012) aufgrund jeglicher Ursache (sekundärer Endpunkt); dies bedeutet, dass pro 515 Personen (95%-KI, 278 bis 3.929), die mit Hochdosis-Influenza-Impfstoff anstatt eines standarddosierten Influenza-Impfstoffs geimpft werden, ein Krankenhausaufenthalt abgewendet werden kann.

Über FLUNITY-HD

FLUNITY-HD ist eine präspezifizierte gepoolte Analyse zweier pragmatischer, individuell randomisierter klinischer Studien mit 466.320 Teilnehmenden im Alter ab 65 Jahren: DANFLU-2 und GALFLU. DANFLU-2 wurde mit über 332.000 Teilnehmenden ab 65 Jahren über drei Influenzasaisons (2022/23, 2023/24 und 2024/25) in Dänemark durchgeführt. GALFLU wurde mit über 134.000 Teilnehmenden im Alter von 65 bis 79 Jahren über zwei Influenzasaisons (2023/24 und 2024/25) in der Region Galizien in Spanien durchgeführt [1].

Die neue Evidenz aus den Studien legt nah, dass der hochdosierte Influenza-Impfstoff im Vergleich zur Standarddosis# überlegenen Schutz vor Hospitalisierungen bei älteren Erwachsenen bieten kann, einer Gruppe, die aufgrund eines geschwächten Immunsystems [2] und eines höheren Risikos für schwere Komplikationen [3] nach einer Influenzaerkrankung als besonders vulnerabel betrachtet wird.

Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall nach Influenza

Eine Influenza-Infektion kann auch zu extrapulmonalen Komplikationen führen, wie z. B. kardiovaskulären Ereignissen, die oft übersehen werden [4], [5], [6], [7].

Während einer akuten Influenza-Infektion ist das Risiko für einen Herzinfarkt um das Zehnfache und das Risiko für einen Schlaganfall um das Achtfache erhöht [8].*,** Des Weiteren erleidet knapp ein Viertel der Menschen im fortgeschrittenen Alter, die aufgrund einer Influenza ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen, einen Verlust der Eigenständigkeit [9].

Das Risiko, an einer Influenza zu versterben, ist bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) fünfmal höher im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Bei Personen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ist das influenzabezogene Mortalitätsrisiko zwölf Mal höher. Treten KHK und COPD nebeneinander auf, liegt das Risiko für Tod durch Influenza sogar 20-mal höher als bei Menschen ohne diese Vorerkrankungen [10].

Influenza-Impfung vor allem bei Menschen ab 60 wichtig

Im Alter nimmt die Impfstoffwirksamkeit ab, da die Immunantwort schwächer wird [11]. Der Hochdosis-Influenza-Impfstoff (Efluelda®) wurde speziell für ältere Menschen entwickelt, um ihnen einen im Vergleich zu konventionellen, standarddosierten Influenza-Impfstoffen verbesserten Schutz vor einer Influenza zu bieten [12], [13].£,§

Bei Menschen ab 65 Jahren wurde zudem ein schützender Effekt vor Influenza-bedingten Hospitalisierungen beobachtet [1], [13].§,# In einer randomisierten Doppelblindstudie wurde das Potenzial einer Influenza-Impfung bei der Sekundärprävention von kardialen Ereignissen untersucht. Eingeschlossen wurden 2.571 Personen, die maximal 72 Stunden zuvor einen Myokardinfarkt erlitten hatten. Die Teilnehmenden erhielten randomisiert entweder einen inaktivierten Influenza-Impfstoff oder Placebo.

Der primäre Endpunkt setzte sich zusammen aus Todesfällen jeglicher Ursache, Herzinfarkt oder Stentthrombose. Nach zwölf Monaten hatten Teilnehmende, die eine Influenza-Impfung erhalten hatten, ein um 28% geringeres Risiko, diesen Endpunkt zu erreichen im Vergleich zu Teilnehmenden, die der Placebogruppe zugeordnet waren. Weiterhin war das Risiko für Tod jeglicher Ursache und für kardiovaskuläre Mortalität in der Verumgruppe je 41% geringer als in der Placebogruppe [13], [14]. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit einer Metaanalyse, aus der hervorgeht, dass jede 23. Influenza-Impfung ein schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis verhindern kann und jede 36. einen kardiovaskulär bedingten Tod [15].‡,‡‡

Influenza-Impfquoten trotz Empfehlungen niedrig

Verschiedene Leitlinien für akute und chronische Herzerkrankungen empfehlen die Influenza-Impfung als Sekundärprävention vor kardialen Ereignissen [16], [17], [18]. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit Oktober 2024 allen Personen ab 60 Jahren die jährliche Impfung im Herbst mit einem inaktivierten Hochdosis- oder MF-59 adjuvantierten Influenza-Impfstoff mit aktueller von der WHO empfohlener Antigenkombination [19].

In Deutschland ließen sich in der Saison 2023/2024 nur rund 38% aller Personen ab 60 Jahren gegen Influenza impfen [20]. Damit ist Deutschland von der durch EU und Weltgesundheitsorganisation angestrebten Impfquote von 75% in dieser Altersgruppe weit entfernt [3], [21].

MAT-DE-2505109-1.0-12/25

Quellen

  1. Johansen ND et al. The Lancet 2025
  2. Aw D, Silva AB, Palmer DB. Immunology 2007;120(4):435-446
  3. Robert Koch-Institut. Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Schutzimpfung gegen Influenza. Stand 08.09.2025. Verfügbar unter: www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Influenza/FAQ-Liste_gesamt.html. Zuletzt aufgerufen am 13.10.2025
  4. Kwok CS et al. Int J Clin Pract 2015;69(9): 928-937
  5. Sellers SA et al. Influenza Other Respir Viruses 2017;11(5):372-393
  6. Estabragh ZR, Mamas MA. Int J Cardiol 2013;167(6):2397-2403
  7. Warren-Gash C, Smeeth L, Hayward AC. Lancet Infect Dis 2009;9(10):601-610
  8. Warren-Gash C et al. Eur Respir J 2018;51(3): 1701794
  9. Andrew MK et al. J Am Geriatr Soc 2021; 69(3):696-703
  10. Schanzer DL, Langley JM, Tam TWS. Vaccine2008;26(36):4697-4703
  11. McElhaney JE et al. Immun Ageing 2020; 7:10
  12. DiazGranados CA et al. N Engl J Med 2014; 371(7):635-645
  13. Fachinformation Efluelda®, Stand Juli 2025
  14. Fröbert O et al. Circulation 2021;144(18): 1476–84
  15. Behrouzi B et al. JAMA Netw Open 2022; 5(4):e228873
  16. Byrne RA et al. Eur Heart J 2023;44(38): 3720-3826
  17. Virani SS et al. Circulation 2023;148(9): e9-e119
  18. Vrints C et al. Eur Heart J 2024;45(36): 3415-3537
  19. Robert Koch-Institut (RKI). Epid Bull 2024;44:1-26
  20. Robert Koch-Institut (RKI). Epid Bull 2024; 50:3-10
  21. World Health Assembly. WHA56.19. Prevention and control of influenza pandemics and annual epidemics. Verfügbar unter: https://apps.who.int/gb/archive/pdf_files/WHA56/ea56r19.pdf

Fußnoten

# Die Standarddosis-Influenza-Impfstoffe, die in der FLUNITY-HD-Studie eingesetzt wurden, waren Vaxigrip Tetra® (Sanofi) und Influvac Tetra® (Viatris). Standarddosis-Impfstoffe stellen häufig die bevorzugte Maßnahme zur Prävention von Influenza in der Allgemeinbevölkerung dar.

* In einer selbstkontrollierten Fall-Kontroll-Studie mit Erwachsenen im Alter von 40 Jahren und älter, von denen ca. 90% 50 Jahre und älter waren, und ohne Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte.

** In den drei Tagen nach einer laborbestätigten Influenza-Infektion im Vergleich zu dem Zeitraum vor einer Influenza-Infektion.

In einer prospektiven Kohortenstudie mit 925 Patientinnen und Patienten im Alter von 65 Jahren und älter, die mit laborbestätigter Influenza und anderen akuten Atemwegserkrankungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

£ Die Studie wurde über zwei Influenzasaisons (2011/2012 und 2012/2013) durchgeführt. Einige der Wirksamkeitsschätzungen (in Bezug auf den Influenzatyp, Definitionen von Sekundärerkrankungen, Bestätigungsmethoden) basieren auf einer begrenzten Anzahl von Fällen und könnten daher nicht ausreichend präzise sein. Nur ein kleiner Teil der im Rahmen der Studie identifizierten Influenzaviren wurden als dem Impfstoff ähnlich charakterisiert. Teilnehmer wurden ausgeschlossen, wenn sie mäßige oder schwere akute Erkrankungen hatten oder als nicht in der Lage angesehen wurden, die Studienverfahren einzuhalten. Eine Übertragung der Studienergebnisse auf solche Personen sollte daher mit Vorsicht erfolgen.

§ Efluelda® Tetra induzierte 28 Tage nach der Impfung bei Erwachsenen im Alter von 60 bis 64 Jahren eine überlegene Immunantwort gegenüber dem Grippeimpfstoff mit Standarddosierung bei allen 4 Virusstämmen, und diese Immunantwort war mindestens ähnlich der Immunantwort bei Erwachsenen ab 65 Jahren. Die Wirksamkeits- und Effektivitätsdaten ab 65 Jahren können somit auf Erwachsene ab 60 Jahren übertragen werden. Bezüglich der HAI-GMT und der Serokonversionsraten für die gemeinsamen Influenzastämme erwies sich Efluelda® Tetra als genauso immunogen wie Efluelda®. Diese Daten ermöglichen die Extrapolation der Immunogenitäts-, Wirksamkeits- und Effektivitätsergebnisse von Efluelda® Tetra auf Efluelda® [13].

Metaanalyse von 6 randomisierten klinischen Studien aus den Jahren 2000 bis 2021 mit 9.001 eingeschlossenen Erwachsenen [15].

‡‡ Kardiovaskulärer Tod oder Krankenhausaufenthalt wegen Myokardinfarkt, instabiler Angina pectoris, Schlaganfall, Herzversagen oder dringende koronare Revaskularisation [15].


 

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